Wirtschaft

Tourismuseinnahmen in bisheriger Wintersaison auf Rekordhoch

Österreichs Tourismus ist trotz des relativ warmen Wetters mit neuen Rekorden in die Wintersaison gestartet. Nächtigungszahlen, Ankünfte und Einnahmen erreichten im November und Dezember 2019 Höchstwerte. Die Tourismuseinnahmen stiegen nach ersten Schätzungen des Wifo auf einen neuen Höchstwert von 4,15 Mrd. Euro. Das waren nominell um 5,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Österreichs Tourismus ist trotz des relativ warmen Wetters mit neuen Rekorden in die Wintersaison gestartet. SN/robert ratzer
Österreichs Tourismus ist trotz des relativ warmen Wetters mit neuen Rekorden in die Wintersaison gestartet.

Preisbereinigt betrug der Zuwachs 2,7 Prozent, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Mittwoch mitteilte. In den Gesamteinnahmen enthalten seien auch die aus dem Tagestourismus resultierenden Einnahmen. Schätzungen zur Veränderung der Zahl der Tagesgäste seien mangels Daten aber nicht möglich. Die Zahl der Übernachtungen stieg laut den zu Wochenbeginn veröffentlichten vorläufigen Zahlen der Statistik Austria um 4,5 Prozent auf 17,4 Millionen. Bei den Ankünften gab es ein Plus von 3 Prozent auf 5,9 Millionen.

"Diese Zuwächse wurden erzielt, obwohl für den alpinen Wintertourismus eher ungünstige klimatische Bedingungen herrschten: Die Durchschnittstemperatur lag in den ersten beiden Wintermonaten deutlich über dem langjährigen Mittel 1981/2010, dadurch zählten sowohl der November als auch der Dezember zu den jeweils 15 wärmsten Vergleichsmonaten der 253-jährigen Messgeschichte", so das Wifo in seiner Tourismusanalyse November bis Dezember. Es habe nicht überall eine ausreichende natürliche Schneedecke gegeben. "Die in den letzten Jahren getätigten Investitionen in die Beschneiungsinfrastruktur machten sich jedoch bezahlt, sodass vielerorts die Ausübung von Wintersportaktivitäten ohne erhebliche Einschränkungen möglich war", so das Wifo.

Die Nächtigungsnachfrage in Salzburg und Tirol sei deutlich gestiegen (plus 6,8 Prozent bzw. plus 5,7 Prozent). Gleichzeitig waren auch Aktivitäten jenseits des Wintersports stärker gefragt. Davon habe vor allem das Burgenland (plus 7,3 Prozent) mit seinen Thermenstandorten profitiert und etwas abgeschwächt auch die Steiermark (plus 2,7 Prozent). Der Städtetourismus habe als jahreszeitlich unabhängige Alternative diesmal nicht ganz mit den auf Wintertourismus spezialisierten Bundesländern mithalten können (Wien plus 3,5 Prozent), ausgehend jedoch von einem sehr hohen Vergleichsniveau 2018. Die Tourismuseinnahmen hätten sich in allen Bundesländern positiv entwickelt. Überdurchschnittliche nominelle Zuwächse gab es vor allem im Burgenland (plus 8,0 Prozent), in Salzburg (plus 7,5 Prozent), Tirol (plus 6,8 Prozent) und Wien (plus 6,0 Prozent).

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2,93 Nächtigungen pro Gast war österreichweit etwas höher (plus 1,5 Prozent). Der langjährige Trend zu kürzeren, häufigeren Reisen sei damit einstweilen unterbrochen worden, eine dauerhafte Trendumkehr sei nach derzeitiger Einschätzung aber nicht zu erwarten. Die Zahl der Übernachtungen von ausländischen Urlaubern stieg um 5,4 Prozent, jene der österreichischen Gäste um 2,2 Prozent. Ferienwohnungen hätten besonders starke Steigerungen erzielt (gewerblich plus 11,9 Prozent, privat plus 7,2 Prozent). In der Hotellerie habe nur das 5/4-Stern-Segment mit plus 5,5 Prozent dynamischer expandiert als im Mittel aller Unterkünfte.

Quelle: APA

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