Wirtschaft

Touristiker sind über verschärfte Maßnahmen empört

Die verschärften Regeln für Tourismus, Wirte und Hoteliers haben heute bei Branchenvertretern zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Zielscheibe war dabei Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), wie wohl die Entscheidungen von der ganzen Bundesregierung getragen wurden. Gastro-Obmann Mario Pulker richtete dem Arzt Mückstein aus, er solle sich überlegen, "ob er nicht zu seinem angestammten Amt zurückkehrt".

Minister Mückstein sieht sich heftiger Kritik aus der ÖVP ausgesetzt SN/APA/HERBERT NEUBAUER/HERBERT NEU
Minister Mückstein sieht sich heftiger Kritik aus der ÖVP ausgesetzt

Seilbahn-Obmann Franz Hörl (ÖVP) meinte, die "Schlangenlinien" des Ministers würden "Schäden" verursachen. Und er legte nach: "Ob aus Unwissenheit, aus Wirtschaftsfeindlichkeit oder aus Ignoranz ist dabei sekundär. Was bleibt, ist ein Desaster", so Hörl in einer Aussendung. Es könne nicht sein, dass dieser seine "Alleingänge" weiter fortführe. Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) sei gefordert, hinsichtlich des Gesundheitsministers "seinen Einfluss geltend zu machen". Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hatte am Mittwoch Kritik an der Sperrstunden-Regelung geäußert. "Einige Bundesländer", darunter Tirol, hätten sich in der Sitzung klar gegen eine Vorverlegung ausgesprochen, so Platter.

Und Stefan Ratzenberger, Obmann des Verbandes Österreichischer Nachtgastronomen (VÖNG), forderte überhaupt den sofortigen Rücktritt von Mückstein. Walter Veit, Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV), wiederum meinte heute: "Der Schaden ist enorm und er ist auch schon eingetreten." Er sprach von einer Stornierungswelle, die auf die Branche zurolle.

Bei all den Emotionen sorgte heute die Statistik Austria für einen zahlenbasierten Überblick: Der Start in die Wintersaison verlief bisher deutlich unter Vorkrisenniveau. "Im Vergleich zum Vorjahr, in dem bereits ab 3. November ein Lockdown galt, verzeichneten die heimischen Beherbergungsbetriebe im November 2021 zwar drei Mal so viele Nächtigungen, das sind allerdings um 38 Prozent weniger als im November 2019 vor der Corona-Krise", so Statistik Austria-Chef Tobias Thomas.

Die Nächtigungen inländischer Gäste lagen mit 1,47 Mio. um 95 Prozent über dem Vorjahresmonat, aber um 36,2 Prozent unter November 2019. Die Hotelbelegungen ausländischer Gäste erreichten 1,82 Mio. (plus 461,7 Prozent zu 2020) und liegen damit um 39,4 Prozent unter November 2019. Nach der Herkunft der ausländischen Gäste war Deutschland auch im November 2021 der wichtigste Markt für den heimischen Tourismus (0,87 Mio. Nächtigungen), gefolgt von Polen mit 0,12 Mio. Nächtigungen und der Schweiz (inkl. Liechtenstein) mit 0,09 Mio. Übernachtungen.

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