Wirtschaft

Ukraine - Erste-Group-Chef Spalt: Sanktionen alternativlos

Erste-Group-Chef Bernd Spalt sieht keine Alternative zum Sanktionsregime gegen Russland und meint zu den Auswirkungen auf die Bevölkerung: "Sie ist schon zuletzt von Jahr zu Jahr ärmer geworden, weil das Wirtschaftsmodell Russlands nicht funktioniert hat." Dass die österreichische Einlagensicherung bei der russischen Sberbank Europe mit Sitz in Wien haftet, sei "höchst unbefriedigend" und die hohe Inflation werde noch länger erhalten bleiben, sagte er zum "Standard".

Insolvenz der Sberbank Europe käme heimische Banken teuer SN/APA/dpa/Frank Rumpenhorst
Insolvenz der Sberbank Europe käme heimische Banken teuer

Für die Sberbank Europe haften die Einlagensicherungsgesellschaften, zu denen neben Raiffeisen und den Sparkassen auch die Erste gehört, mit 913 Mio. Euro. "Aus unserem Einlagenfonds kommen zunächst einmal rund 230 Millionen Euro. Sollte es zu einem Insolvenzverfahren kommen, wird es aber Rückflüsse aus der Vermögensverwertung der Sberbank geben. Man kann jetzt also noch nicht sagen, wie viel uns das alle letztlich kosten wird", so Spalt.

Die "Werkzeuge" Einlagensicherung müssten komplett neu aufgestellt werden. "Es ist klar, dass man Einlagen schützen muss, aber dafür braucht es ein klares Regime und strenge Frühwarnsysteme, denen sich jede Bank unterwerfen muss, sodass rechtzeitig interveniert werden kann - bevor jemand gegen die Wand knallt. Da geht es etwa um Offenlegung von Detailzahlen und Regeln, was geschieht, wenn ein Mitglied die Vorgaben nicht erfüllt", konkretisierte der Bankenchef.

Zur Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) meinte Spalt: "Ich glaube, dass die EZB erst kurz vor dem Jahresende erste Zinsschritte setzen wird. Die Inflation wird uns noch länger bleiben."

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