Wirtschaft

Ukraine-Krieg lässt Kurzarbeitszahlen leicht gestiegen

Der eingetrübte Wirtschaftsausblick aufgrund des Ukraine-Kriegs lässt die Kurzarbeitszahlen leicht steigen. Die Arbeitslosenzahlen sinken aber weiterhin. Die Voranmeldungen zur Kurzarbeit erhöhten sich laut Arbeitsministerium im Vergleich zur Vorwoche um 1.582 auf 171.681 Personen. "Grund hierfür sind die Unsicherheiten aufgrund der durch die Ukraine-Krise und die wirtschaftlichen Sanktionen ausgelösten Lieferschwierigkeiten", so Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP).

Mehr Unternehmen müssen wieder Kurzarbeit anmelden. SN/APA/BARBARA GINDL/BARBARA GINDL
Mehr Unternehmen müssen wieder Kurzarbeit anmelden.

Im Vorjahresvergleich gibt es aber einen massiven Rückgang bei der Kurzarbeit. Ende März 2021 wurden rund 348.500 Personen in Kurzarbeit abgerechnet.

Bei den Arbeitslosenzahlen schlägt sich die Ukraine-Krise aber noch nicht nieder. Die Zahl der arbeitslosen Personen inklusive AMS-Schulungsteilnehmer sank im Vergleich zur Vorwoche um 8.899 auf 343.518 Personen. Davon sind 269.464 Menschen auf Jobsuche und 74.054 Personen nehmen an Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS) teil. "Am Arbeitsmarkt ist nach wie vor ein positiver Trend erkennbar. Dafür sind neben der noch anhaltenden positiven wirtschaftlichen Dynamik auch saisonale Effekte verantwortlich", erklärte Kocher in einer Aussendung am Dienstag. Die weitere Entwicklung sei "aber unsicher"

Für den Arbeitsminister sind die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf den österreichischen Arbeitsmarkt "zu diesem Zeitpunkt noch schwer einzuschätzen". Die unsichere Lage und die Russland-Sanktionen würden die wirtschaftliche Dynamik bremsen und auch die Arbeitslosigkeit langsamer zurückgehen lassen. "Stärkere negative Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt sind nicht auszuschließen. Wir sind sehr gut vorbereitet, um die vertriebenen Ukrainerinnen und Ukrainer am Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen", sagte Kocher. Nach der polizeilichen Registrierung könne dem Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin "unbürokratisch eine Beschäftigungsbewilligung für die jeweilige vertriebene Person erteilt werden."

Wie viele Menschen heuer aus der Ukraine nach Österreich flüchten werden und auch auf den Arbeitsmarkt wollen, kann laut Arbeitsmarktservice "aktuell noch nicht seriös geschätzt werden". Auch das Arbeitsministerium hat vorerst noch keine Prognose. "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzbar, wie viele Vertriebene nach Österreich kommen und wie viele davon an einer Beschäftigung interessiert sind", hieß es gestern aus dem Ministerium auf APA-Anfrage. Derzeit zähle Österreich nach Informationen des Innenministeriums nicht zu den Haupt-Zielländern. "Das Interesse von potenziellen Arbeitgebern ist insbesondere in den Flächenbundesländern sehr groß", so das Arbeitsministerium.

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