Wirtschaft

Umsatzeinbruch wegen Coronakrise - Handwerkerbonus gefordert

Die Wirtschaftskammer (WKÖ) drängt erneut auf die Einführung eines "Handwerkerbonus Neu", um die Auftragsflaute für die Betriebe zu dämpfen. Die Interessensvertreter hatten dies zuletzt im vergangenen Juni gefordert, aber auch schon im Sommer 2017. Die Coronakrise hat das Handwerk und Gewerbe hart getroffen. Laut KMU Forschung Austria beläuft sich der geschätzte Umsatz- und Auftragseinbruch in beiden Branchen im Jahr 2020 auf über 10 Prozent oder 11 Mrd. Euro.

WKÖ will mit Handwerkerbonus Pfusch eindämmen. SN/APA (dpa)/Oliver Berg
WKÖ will mit Handwerkerbonus Pfusch eindämmen.

Die WKÖ-Bundesspartenobfrau für Gewerbe und Handwerk, Renate Scheichelbauer-Schuster, verwies darauf, dass die wirtschaftliche Erholung heuer "kein Selbstläufer" ist. "Die Betriebe brauchen den Handwerkerbonus für die Erholung", sagte Scheichelbauer-Schuster bei einer Online-Pressekonferenz am Mittwoch. Durch mehr Geschäft mit Privathaushalten könnten die fehlenden Aufträge von Hotels, Gastronomiebetrieben und Kommunen etwas abgefedert werden.

Die WKÖ hofft auf eine Einführung des "Handwerkenbonus Neu" bereits im März. Gespräche mit der Politik würden nun beginnen. Der Handwerkerbonus habe bereits zwischen 2014 und 2017 notwendige Impulse gesetzt, sagte der Geschäftsführer der WKÖ-Bundessparte Handwerk und Gewerbe, Reinhard Kainz. Privat beauftragte Arbeitsleistungen bis zu 20.000 Euro pro Haushalt und Jahr für die Renovierung und Modernisierung des Wohnraums sowie Außenanlagen (u.a. Garten, Garage, Zäune) sollen nach WKÖ-Forderung zu 25 Prozent gefördert werden. Die Wirtschaftskammer wünscht sich eine Dotierung der Förderung von 50 Mio. Euro jährlich für zwei Jahre. "Der Handwerkerbonus finanziert sich durch das vermehrte Steueraufkommen selbst", so Kainz. Der Bonus sei das "beste Mittel" gegen Pfusch und Schattenwirtschaft.

Die KMU Forschung hat im Auftrag der Wirtschaftskammer die Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch den geforderten "Handwerkerbonus Neu" berechnet. In einem "konservativen Szenario" würde die zusätzliche Wertschöpfung in den zwei Jahren rund 310 Mio. Euro und 5.200 neue Arbeitsplätze betragen, sagte Christina Enichlmair, Ökonomin bei der KMU-Forschung-Austria. Noch nicht mitgerechnet seien die Wertschöpfungseffekte durch Materialkäufe.

Die über 250.000 Gewerbe- und Handwerksbetriebe beschäftigen in Österreich knapp 800.000 Mitarbeiter, davon 47.000 Lehrlinge. Die Coronakrise inklusive drei Lockdowns hat in manchen Bereichen, etwa bei Kleidermachern, Fotografen oder Veranstaltungstechnikern zu einer existenziellen Bedrohung geführt. Der Umsatzersatz für indirekt betroffene Betriebe kann aber erst ab Ende Jänner beantragt werden. Die WKÖ-Vertreterin warnte davor, dass viele Betriebe "nicht mehr lange durchhalten können" und forderte schnellere Hilfen.

Quelle: APA

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