Wirtschaft

US-Investor will bei CA Immo und Immofinanz einsteigen

Nach der vorerst geplatzten Fusion der CA Immo und Immofinanz schielt nun der US-Investor Starwood auf die heimischen Immobilienfirmen. Im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots will die Luxemburg-Tochter von Starwood bis zu 26 Prozent an der CA Immo und bis zu 5 Prozent an der Immofinanz erwerben. CA Immo und Immofinanz nahmen die Ankündigung "zur Kenntnis".

Erstere begrüßt das Investoreninteresse. "Nach heutiger Rücksprache mit dem Bieter, zu dem in den letzten Monaten bereits im Zuge der Investor Relations-Tätigkeit sowie im Rahmen von Einzelgesprächen Kontakte bestanden, möchte Starwood Capital die Wachstumsziele und die Strategie der CA Immo unterstützen", so die CA Immo am Donnerstag per Aussendung.

Für s-Immo-Chef Ernst Vejdovszky ist das am Donnerstag vorgelegte Angebot für Aktienpakete der CA-Immo und Immofinanz auf den ersten Blick "sehr unattraktiv". Das Offert des US-Investors sei "chancenlos", so Vejdovszky. Er könne sich nicht vorstellen, dass Aktionäre darauf anspringen, so Vejdovszky am Donnerstag zur APA.

Die Starwood Capital Group ist eine private US-Investmentgesellschaft mit Fokus auf Immobilien, Energie, Infrastruktur, Öl und Gas und verwaltet derzeit Assets in Höhe von 56 Mrd. Dollar (45,6 Mrd. Euro). An der Börse kamen die Pläne jedenfalls gut an. Die Immofinanz-Aktie stieg bis Mittag als stärkster ATX-Wert um 4,58 Prozent auf 2,10 Euro, die CA-Immo-Titel legten 3,62 Prozent auf 27,5 Euro zu.

Den Aktionären der CA Immo wird ein Angebotspreis je CA-Immo-Aktie von 27,50 Euro cum Dividende geboten - die Baader-Analystin Christine Reitsamer findet dies allerdings nicht sehr attraktiv. "Sie könnten noch was drauflegen", sagte Reitsamer zur APA. Dass Starwood nicht gleich bei der Immofinanz anklopft, die ja 26 Prozent an der CA Immo hält, könne daran liegen, dass diese mehr Geld sehen will oder ein solcher Deal für den Investor zulange dauern würde, so Reitsamer.

Den Anteilseignern der Immofinanz sollen 2,10 Euro pro Aktie geboten werden, laut Reitsamer ein gutes Angebot. Sollte zwischen Bekanntmachung des Angebots und der Abwicklung eine Dividende ausgezahlt werden, kann sich der Angebotsbetrag noch um diese Ausschüttung reduzieren. Die Analystin vermutet, dass es Starwood vorrangig darum geht, bei der möglichen Veräußerung des CA-Immopakets der Immofinanz mitreden zu können. Langfristig könnte der Investor auch eine Fusion der beiden Immofirmen wieder aufleben lassen.

An eine Verbindung von Starwood zur s Immo, Ronny Pecik und indirekt auch Rene Benko glaubt die Analystin nicht. Damit hält sie auch eine Megafusion der drei börsenotierten Unternehmen CA Immo, Immofinanz und s Immo derzeit für unwahrscheinlich. Zuletzt hatte der "trend" über solche Pläne berichtet.

Im April 2016 hatten die CA Immo und Immofinanz bekanntgegeben, Fusionsgespräche zu führen. Die Idee war, einen der größten Immobilienkonzerne in Osteuropa zu schaffen. Im vergangenen November hat die Immofinanz dann mit dem fixierten Verkauf ihres Russland-Portfolios den Weg für eine mögliche Fusion mit der CA Immo geebnet: Der Verkauf der Moskauer Einkaufszentren war immer als Vorbedingung genannt worden.

Vor gut einem Monat verkündete die Immofinanz dann überraschend das vorläufige Aus für die angestrebte Immo-Hochzeit. Aufsichtsrat und Vorstand hätten beschlossen, Detailgespräche für einen möglichen Zusammenschluss "vorerst ausgesetzt zu lassen und auch weitere strategische Optionen zu prüfen", teilte das Unternehmen Ende Februar mit. "Aus heutiger Sicht kann davon ausgegangen werden, dass ein allfälliger Zusammenschluss beider Gesellschaften im Geschäftsjahr 2018 nicht erfolgen wird", so die Immofinanz damals. Als Alternativvariante könne es auch zu einer Veräußerung der 26-prozentigen CA-Immo-Beteiligung kommen.

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