Wirtschaft

Verbund zahlt mehr Dividende und plant Milliardeninvestitionen

Der Stromkonzern Verbund hat voriges Jahr trotz des coronabedingt geringeren Stromverbrauchs besser verdient und will mehr Dividende zahlen. In den nächsten Jahren stehen riesige Investitionen an, nicht zuletzt in Salzburg.

Verbund-Chef kann höheren Gewinn vermelden. SN/APA/HANS PUNZ
Verbund-Chef kann höheren Gewinn vermelden.

Österreichs größtes börsenotiertes Unternehmen, der teilstaatliche Stromkonzern Verbund, ist trotz widriger Umstände gut durch das Coronajahr 2020 gekommen. Diese insgesamt positive Bilanz zog Vorstandschef Michael Strugl am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresergebnisses.

Die wegen der Coronakrise geringere Stromnachfrage drückte zwar den Umsatz um 17 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro. Dennoch stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auch Dank guter Wasserführung und dem besseren Marktumfeld im zweiten Halbjahr um neuen Prozent auf fast 1,3 Mrd. Euro. Der Nettogewinn legte inklusive 21 Mill. Euro Einmaleffekte um fast 14 Prozent auf 631 Mill. Euro zu. Die Dividende wird daher von 0,69 auf 0,75 Euro je Aktie angehoben, sagte Finanzvorstand Peter Kollmann. Die Verbund-Aktie hat im Vorjahr 56 Prozent an Wert zugelegt und den Unternehmenswert auf 24 Mrd. Euro gesteigert.

In den nächsten Jahren erhöht Verbund sein Investitions-Tempo. Der 3-Jahres-Plan für Investments wird um 400 Mill. Euro auf 2,3 Mrd. Euro aufgestockt. Das Gros wird in Salzburg verbaut: 890 Mill. Euro fließen in die 380-kV-Salzburg-Leitung. Insgesamt 480 Mill. Euro fließen in den Ausbau des Pumpspeicherkraftwerks Limberg III in Kaprun, sowie weitere 60 Mill. Euro in eine Effizienzsteigerung in Reißeck in Kärnten.

Bis zum Frühsommer soll der Spatenstich für "Limberg III" - erfolgen. Der einstimmige Beschluss für die Umsetzung des seit Jahren genehmigten Großprojekts sei am Dienstag im Aufsichtsrat gefallen, sagte Strugl. Die Voraussetzung dafür sei der Bau der 380-kV-Salzburg-Leitung. Die Anlage soll 480 Megawatt (MW) haben und wie "Limberg II" vollkommen unterirdisch errichtet werden. Die Fertigstellung ist bis 2025 geplant. Das Projekt bedeute zusätzliche Arbeitsplätze und Wertschöpfung sowohl in der Region als auch österreichweit und sei daher auch "ein enorm wichtiger konjunktureller Impuls".

Bis 2030 will der Verbund den Anteil an Sonnen- und Windstromanteil auf ein Fünftel bis ein Viertel ausbauen. Um das Ziel zu erreichen seien auch Zukäufe von Bestehenden Anlagen nochtwendig, sagt Strugl. Heute verfügt der Verbund bei zuletzt 33,5 Terawattstunden (TWh) Gesamterzeugung der 130 Kraftwerke im Jahr, knapp über eine TWh Windstrom (aus Windparks in Deutschland, Österreich und Rumänien) und nur 0,001 TWh Solarstrom.

Eine zentrale Säule der künftigen Strategie von Verbund wird Wasserstoff - erzeugt aus Ökoenergie - sei, betonte der Vorstandschef. Derzeit liefert der Konzern den notwendigen Strom für das größte "grüne" Wasserstoff-Projekt (H2Future) mit der voestalpine zum industriellen Einsatz in der Stahlerzeugung. Weitere Projekte sind in Entwicklung, auch abhängig von der demnächst erwarteten Wasserstoffstrategie der Regierung.

Eine wesentliche Rolle könnte dabei auch die Gasinfrastruktur spielen. Verbund hat im Vorjahr von der OMV 51 Prozent am heimischen Gasnetzbetreiber Gas Connect gekauft. Das Closing wird im zweiten Quartal erwartet. Das Gasnetz sei "die perfekte Ergänzung" des Hochspannungsnetzes der APG. "Damit ist Verbund der wichtigste Infrastrukturplayer", so Strugl.

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