Wirtschaft

Versorgung mit Öl und Gas laut OMV gesichert

Die Versorgung mit Öl und Gas funktioniert auch in der Coronavirus-Krise weiter - das versicherte OMV-Chef Rainer Seele am Freitag. Das Personal an den derzeit noch über 2.000 Tankstellen des Konzerns sei kein eigenes, dennoch appelliere man auch zugunsten der Mitarbeiter, Distanz zu wahren und Hygiene zu praktizieren.

Für Treibstoff ist gesorgt SN/APA (dpa/Symbolbild)/Christophe
Für Treibstoff ist gesorgt

In den ersten zwei Monaten habe man heuer an den Tankstellen sogar eine Zunahme des Absatzes gesehen, also "mehr Benzin und Diesel", meinte Seele bei einer Pressekonferenz. Zu einem aktuellen Zusammenhang mit Corona könne er derzeit nichts sagen.

Stark gesunken sei freilich der Verbrauch von Kerosin. "Wir sehen, dass der Reiseverkehr stark zurückgegangen ist, daher ist auch der verbrauch stark gesunken - irgendwann kommt der Flugverkehr zurück, die Frage ist wann", sagte der OMV-Chef im Ö1-"Mittagsjournal" des ORF-Radios: "Wir fahren hier auf Sicht, die ersten zwei Monate sind nicht schlecht gelaufen", die Corona-Effekte würden erst einsetzen.

Auch für die Investitionen der OMV werde die Weiterentwicklung auch der Corona-Effekte "sehr entscheidend sein", sagte Seele auf eine entsprechende Frage in der Pressekonferenz. Sollten sich die Auswirkungen verstärken, werde man die Investments "weiter challengen". Der OMV-Chef: "Ab 2021 werden wir dann natürlich das Investitionsprogramm stärker hinterfragen müssen, wenn sich die Wirtschaft nicht erholt."

Finanzvorstand Reinhard Florey erinnerte daran, dass die Planzahl für die organischen Investitionen im heurigen Jahr 2020 bei 2,4 Mrd. Euro lag. Diese würden nun im Lichte der geplanten Aufstockung bei Borealis um 200 Mio. Euro auf 2,2 Mrd. Euro reduziert. Dabei gehe es um "einzelne kleinere Projekte im allgemeinen Bereich". Für kommendes Jahr sei eine Drosselung der Investitionen möglich, gab Seele zu verstehen: Ob man 2021 ebenso viel investieren könne, "werden wir im Vorstand diskutieren müssen".

Zum Absturz der OMV-Aktie an der Wiener Börse - bis gestern hatte das Papier mit mehr als 50 Prozent Minus seit Jahresbeginn nach dem Ölfeldausrüster SBO den zweitstärksten Rückgang aller ATX-Titel hingelegt - meinte Seele: "Ich leide tausend Schmerzen in meinem Körper, wenn ich so eine Entwicklung sehe. Damit bin ich aber nicht allein." Geschuldet ist diese Entwicklung aber auch dem Ölpreisabsturz, der wiederum Folge eines "Konflikts auf der Angebotsseite" (die Uneinigkeit zwischen Russland und Saudis über Ölfördermengen) sowie der schwachen Ölnachfrage sei - beides zusammen werde zu einem erheblichen Druck auf dem Ölmarkt führen, glaubt der OMV-Chef: "Die Überversorgung wird nicht so leicht auflösbar sein, das wird bei Gas und Öl länger dauern."

Die Aktienkursrückgänge seien "Ausdruck einer großen Verunsicherung", denn das Vertrauen in die Wirtschaft sei derzeit an den Börsen geschwächt. Nötig wäre daher nicht nur ein Corona-Impfstoff, sondern auch ein "Impfstoff für die Wirtschaft", so der OMV-Chef: "Ich hoffe, dass die Politik hier reagiert."

Heute Mittag lagen die OMV-Aktien - auf niedrigerem Niveau - wieder 8 Prozent höher, SBO gaben jedoch nochmals 3,5 Prozent nach. Der Leitindex ATX notierte um 12.50 Uhr um 4,42 Prozent über dem Vortagesschluss.

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