Österreich

Viele Börsenfirmen tun in Sachen CO2-Ausstoß zu wenig

Im Hinblick auf die Pariser Klimaziele stellen sich globale Konzerne auf die Senkung ihres Kohlenstoffausstoßes ein. 85 Prozent von 2.400 börsennotierten Firmen haben bereits Reduktionsziele definiert. In Österreich, Deutschland und der Schweiz taten dies nur 68 Prozent, zeigt der diesjährige Bericht der Organisation CDP, die sich für Klimaschutzaktivitäten in Firmen einsetzt.

Im Klimaranking finden sich heuer 20 Unternehmen aus der DACH-Region unter den Spitzenreitern, davon aber nur zwei aus Österreich: die Raiffeisenbank International (RBI) und der Verbund. Sie beide haben die Note A bekommen, waren laut CDP "vorbildlich" bei ihren Klimaschutzmaßnahmen.

Insgesamt sieht CDP aber noch viel Handlungsbedarf, soll das Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, erreicht werden. Den meisten Konzernen fehle es an langfristigen Perspektiven sowie der Orientierung an der aktuellen Klimawissenschaft, besonders Firmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Nur 12 Prozent der DACH-Unternehmen haben Ziele über 2030 hinaus festgelegt, der europäische Durchschnitt liegt bei 17 Prozent, der globale bei 14 Prozent.

CDP-Chef Paul Simpson beklagt weiters die schlechte Datenlage, was die indirekten Emissionen von schädlichen Treibhausgasen betrifft. Nur 30 Prozent der Unternehmen konnten hier Daten vorlegen - das sei "besorgniserregend, da in vielen Branchen diese Emissionen aus Vorprodukten, der Produktnutzung und anderen Aspekten das Vielfache der direkten Emissionen betragen. Denn eine Tonne Kohlendioxid emittiert in China schädigt das Klima genauso wie eine Tonne aus Deutschland." "Dramatisch" sei die Transparenz im Finanzsektor: Nur die RBI habe Zahlen zum CO2-Fußabdruck aus Investments offengelegt, angefragt waren 59 Unternehmen, 29 haben grundsätzlich berichtet.

Auch sonst geizten Großkonzerne mit Klimadaten: Die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway von US-Starinvestor Warren Buffett, Facebook und Amazon ließen CDP abblitzen, in der DACH-Region wollten der Rückversicherer Munich Re sowie der Uhrenhersteller Swatch nicht ins Ranking.

Aus Österreich haben neben Verbund und RBI folgende Firmen teilgenommen: ams, AT&S, EVN, Kapsch TrafficCom, Mayr-Melnhof Karton, OMV, Post, Palfinger und Telekom Austria.

Quelle: APA

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