Österreich

Volkshilfe sieht Mehrheit hinter Vermögenssteuern

Die Volkshilfe ortet unter den Österreichern einen großen Rückhalt für die Forderung nach Vermögenssteuern. Laut einer von ihr beauftragten SORA-Umfrage befürworten 70 Prozent eine einprozentige Steuer auf Vermögen ab 500.000 Euro. 89 Prozent sehen eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, ergab der am Montag präsentierte "Sozialbarometer" mit rund 1.000 im Oktober befragten Studienteilnehmern.

Volkshilfe sieht Mehrheit hinter Vermögenssteuern SN/APA (Archiv/dpa)/Jan-Philipp Str
Wachsende Kluft zwischen Arm und Reich befürchtet.

83 Prozent sehen den gesellschaftlichen Zusammenhalt durch wachsende Ungleichheit bedroht. Ebenso viele werten die Reduktion der sozialen Kluft als staatliche Aufgabe, und 86 Prozent stimmen der Aussage zu, dass bei steigender Armut und Arbeitslosigkeit das Vertrauen in die Demokratie sinkt.

Volkshilfe-Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger betonte, dass nicht nur arme oder benachteiligte Menschen von den schädlichen Auswirkungen einer ungleichen Vermögensverteilung betroffen seien, sondern alle Menschen. Diese reichten von geringerer Lebenserwartung, niedrigeren Bildungsabschlüssen und einer höheren Kriminalitätsrate bis zu einer geringeren sozialen Mobilität.

Anhand von Armutsgefährdungszahlen lasse sich klar darstellen, wie wertvoll soziale Leistungen seien, betonte Fenninger. Vor Pensionen und Sozialleistungen wären heute 44 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet, nach Sozialleistungen reduziere sich dies auf 14 Prozent. Gleichzeitig gebe es mit der Mindestsicherung - noch - ein Instrument zur Vermeidung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Deren teilweise Rücknahme mit den Flüchtlingszahlen zu argumentieren, bezeichnete Fenninger als "Konstrukt". In Wirklichkeit würden die Kinder damit getroffen.

Die Volkshilfe fordert daher ein Abgehen von den Kürzungen. Weitere Punkte umfassen die regelmäßige Erhebung von Daten zur Vermögensverteilung, die Schließung von Steueroasen und Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung sowie neben der Vermögenssteuer auch die Einführung von Erbschafts- und Schenkungssteuern.

Quelle: APA

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