Wirtschaft

Wasserkraft wird weltweit langsamer ausgebaut

Wasserkraft ist weltweit bei weitem die wichtigste Quelle für CO2-armen Strom. Allerdings geht der Ausbau in den 2020er-Jahren nicht mehr so schnell voran wie in den Jahrzehnten davor, warnt die Internationale Energieagentur IEA. Der Zuwachs werde bis 2030 rund 17 Prozent betragen, müsste aber doppelt so schnell sein, um das Ziel von Null-Emissionen in der Stromproduktion bis 2050 zu erreichen, schreibt die IEA in ihrem "Hydropower Special Market Report".

Wasserkraftewerke werden langsamer ausgebaut SN/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIA
Wasserkraftewerke werden langsamer ausgebaut

Wasserkraft war die Quelle von einem Sechstel der weltweiten Stromproduktion 2020 und erbrachte mehr Strom als alle anderen erneuerbaren Energiequellen zusammen. In 28 Entwicklungsländern mit zusammen 800 Mio. Einwohnern ist Wasserkraft sogar die wichtigste Stromquelle. In den vergangenen zwei Jahrzehnten stieg die Stromproduktion aus Wasserkraft zwar um 70 Prozent, ihr Anteil an der weltweiten Stromproduktion blieb aber unverändert oder sank sogar geringfügig.

"Strom aus Wasserkraft ist der vergessene Riese des sauberen Stroms" wird IEA-Generalsekretär Fatih Birol im Bericht zitiert. Die Hälfte des Potenzials sei noch nicht ausgeschöpft, in Entwicklungsländern sogar 60 Prozent.

Um nur alle alternden Kraftwerke zu modernisieren wären 300 Mrd. Euro nötig, aber "nur" 127 Mrd. Euro dürften dafür aufgewendet werden, vor allem in Nordamerika mit einem durchschnittlichen Kraftwerksalter von 50 Jahren und Europa, wo die Kraftwerke im Schnitt 45 Jahre stehen.

In Europa dürfte die Kapazität für die Stromproduktion aus Wasserkraft bis 2030 um 8 Prozent (18 GW) zulegen erwartet die IEA. Neue Speicherkraftwerke gibt es aber praktisch nur in der Türkei, abgesehen davon sind Projekte in Portugal und Kroatien in der Pipeline. Sonstige Kapazitätszuwächse kommen eher vom Ausbau bestehender Kraftwerke, unter anderem in Norwegen Rumänien, der Schweiz, Österreich oder Polen.

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