Wirtschaft

Weltspartag: Fast keine Zinsen mehr, aber teils satte Spesen

Am 31. Oktober findet wieder der "Weltspartag" statt. Für täglich fällige Sparbücher gibt es praktisch keine Zinsen mehr. Lediglich Online-Sparkonten bringen noch etwas, bei zwei Anbietern vorübergehend für Neukunden bis zu rund 1,4 Prozent, zeigt ein Vergleich der Arbeiterkammer. Die AK warnt davor, dass auch bei Sparbüchern Spesen drohen können, die unterm Strich zu einem Minusgeschäft führen.

Das Sparbuch hat massiv an Attraktivität verloren SN/APA (dpa)/Daniel Karmann
Das Sparbuch hat massiv an Attraktivität verloren

Bei Online-Sparkonten zahlen überhaupt nur drei Anbieter mehr als ein Prozent pro Jahr, und dies auch nur für Neukunden für einen begrenzten Zeitraum von drei bzw. vier Monaten, nämlich die ING-DiBa mit 1,4 Prozent, die Santander mit 1,35 und die Austrian Anadi mit 1,01 Prozent - gefolgt von weiteren Akteuren mit 0,5 oder 0,4 Prozent jährlich. Für täglich fällige Sparbücher liegen die Zinsen bei 0 bis 0,1 Prozent, für täglich fällige Sparcards bei 0 bis 0,15 Prozent.

Für Sparbücher dürfen die Banken keine Negativzinsen verlangen, erinnert die AK. Da aber die Spesen bei Sparbüchern teils beträchtlich seien, könnten Sparkonten zu einem Minusgeschäft werden, wird gewarnt. Sechs von 14 Banken würden bei der Schließung eines täglich fälligen Sparbuches keine Spesen verlangen, aber acht Banken zwischen 3,20 Euro (Banken Burgenland) und sieben Euro (Hypo Tirol). Die BKS (6,35 Euro) verrechne zusätzlich 1,28 Euro Kontoführungsgebühr pro Quartal. Kosten-Transparenz sei in dem Bereich leider keine Selbstverständlichkeit, ergebe ein Check der Banken-Websites.

Auch bei gebundenen Sparbüchern seien die Zinsen "am Sand", so die AK am Dienstag. Bei 33 Banken liegen die Zinsen für Kapitalsparbücher auf zwölf Monate demnach im Durchschnitt bei 0,2 Prozent, für 36 Monate bei 0,5 und für 60 Monate bei 0,7 Prozent. Die Spanne für eine 12-Monats-Bindung betrage 0,05 bis 0,8 Prozent, für 36 Monate Bindung 0,125 bis 1 Prozent, für 60 Monate Bindung 0,2 bis 1,01 Prozent.

Das Vergleichsportal durchblicker.at warnte am Dienstag auch vor hohen Überziehungskosten am Konto - und den großen Unterschieden, die es hier gibt. Während die Haben-Zinsen derzeit nur im Promille-Bereich schwanken, würden sich die Angebote bei den Soll-Zinsen mit 6,625 bis 13,25 Prozent p.a. stark unterscheiden, erklärte das Portal.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 16.01.2022 um 10:33 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/weltspartag-fast-keine-zinsen-mehr-aber-teils-satte-spesen-78424810

Kommentare

Schlagzeilen