Österreich

Weniger Lebensmittelimporte würden Tausende Jobs bringen

Würden weniger Lebensmittel importiert, dann könnten in Österreich mehr Jobs entstehen. Zu diesem Schluss kommen Forscher in einer am Mittwoch vorgestellten Studie.

Weniger Lebensmittelimporte würden Tausende Jobs bringen SN/APA (dpa)/Philipp Schulze
Die Herkunft wird für den Konsumenten immer wichtiger.

Zehn Prozent weniger Importe würden sich in 1,8 Mrd. Euro mehr heimischer Wirtschaftsleistung (BIP) und rund 21.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen niederschlagen, so die Arbeit der Johannes Kepler Universität Linz im Auftrag der Österreichischen Hagelversicherung.

Dieser teilweise Verzicht auf ausländische Lebensmittel würde 21.187 neue Arbeitsplätze schaffen und hätte positive Auswirkungen auf das Einkommen, vor allem auf das der österreichischen Landwirte.

Diese könnten zusätzlich rund 850 Millionen Euro verdienen, weitere 950 Millionen Euro könnten in anderen Wirtschaftssektoren, an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen realisiert werden.

Es gäbe aber auch einen Effekt auf die Umwelt. Die kürzeren Transportwege würden sich positiv auf Umwelt und Klima auswirken, so Stefan Jenewein, Geschäftsführender Gesellschafter der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW), der die Studie vor Journalisten vorstellte.

Seit August 2013 sei das Einkommen der österreichischen Bauern stark gesunken - die Preiskrise übe enormen Druck aus. Eine Stärkung der österreichischen Landwirtschaft würde die Aufträge der Bauern sichern und zusätzlich noch den Tourismus stärken, meint Jakob Auer, Präsident des Österreichischen Bauernbundes, im gemeinsamen Pressegespräch.

"21.000 Arbeitsplätze - das entspricht den Arbeitslosen beispielsweise in Vorarlberg und im Burgenland zusammen", so Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung.

"Regionalität ist das neue Bio" - Konsumenten wollen wissen wer die Produkte unter welchen Bedingungen produziert, so Auer. Erfreut sei er über laufende Kampagnen wie "Schmeckt echt regional" oder "Gut zu wissen", die Problembewusstsein schaffen und Regionalität stärken wollen.

Private Haushalte seien leichter anzusprechen, bei Großkunden sei aber noch viel Luft nach oben, so Friedrich Schneider, Universitätsprofessor der Kepler Universität Linz.

Quelle: APA

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