Wirtschaft

Weniger Strom- und Gasverbrauch im Jänner

Dank eines außerordentlich warmen Wetters ist der Strom- und Gasverbrauch in Österreich heuer im Jänner spürbar niedriger gewesen als Anfang 2019. Bei Strom lag der Endverbrauch mit 6,2 Terawattstunden (TWh) um 2,9 Prozent tiefer, bei Gas mit 13,73 TWh um 2,1 Prozent, geht aus Daten der Regulierungsbehörde E-Control hervor.

Der Jänner war überdurchschnittlich warm gewesen, in den Niederungen um 1,8 Grad über dem langjährigen Schnitt, in den Bergen sogar 3,6 Prozent darüber, erklärte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Die sogenannten "Heizgradtage" lagen laut ZAMG heuer im Jänner um 2,97 Prozent tiefer als ein Jahr davor

Bei Strom fragten die Endverbraucher am Mittwoch, dem 15. Jänner, um 10 Uhr eine maximale Abgabe von 9,55 Gigawatt (GW) nach - diese Spitze war um 4,2 Prozent niedriger als jene von Jänner vorigen Jahres.

Der geringe Stromverbrauch drückte den Pumpstromverbrauch um 22,6 Prozent und den Eigenverbrauch der Kraftwerke um 15,8 Prozent. "Insgesamt wurde so um 131 GWh weniger 'Systemverbrauch' verursacht", resümiert die E-Control. Jedoch war die Inlandsstromerzeugung im Jänner um ganze 893 GWh niedriger als im gleichen Monat 2019. Die Nettostromimport wuchsen um 556 GWh und lagen bei 1,09 TWh - verursacht vor allem durch die geringen heimischen Stromexporte in die Nachbarländer.

Hauptverursacher der geringeren Inlandsproduktion waren vor allem die Laufwasserkraftwerke, die um 453 GWh weniger produzierten. Das entspricht laut E-Control nur 90 Prozent des Regelarbeitsvermögens. Ähnlich negativ war die Windkraft-Ausbeute mit 418 GWh, um 441 GWh weniger als Anfang 2019. Der Speicherstand betrug am Monatsletzten 47,7 Prozent (oder 1,56 TWh), ähnlich wie im Vorjahr, nach 66,4 Prozent Ende Dezember.

Bei Gas reichte die Spitzenlast heuer ebenfalls nicht an jene des Vorjahres heran, im Jänner 2019 war sie mit 23,34 GW um 2,74 Prozent höher als heuer zu Jahresbeginn gewesen. Ende Jänner waren die Gasspeicher weiter zu 84,8 Prozent (oder mit 79,44 TWh) gefüllt. Vor allem die Gasimporte sanken heuer mit 36,2 Prozent stark, bei den Speicherentnahmen betrug der Rückgang 11,8 Prozent. In Summe war die Aufbringung somit um 18,04 TWh niedriger als im Jänner 2019. Diesen geringeren Gasmengen standen jedoch 17,47 TWh geringere Exporte gegenüber. So erhielt etwa Italien um 48 Prozent weniger Gas über das österreichische System als im Vorjahr.

Für die E-Control auffallend war eine Verschiebung der Gasimporte von der Übergabe an der slowakischen Grenze hin zu Importen an der deutschen Grenze. Während erstere nur bei 51 Prozent des Vorjahreswertes lag (-21,74 TWh), erreichte der Import aus Deutschland mit 6,65 TWh mehr als das Fünffache. "Dies führte zu einem Nettoimport von 5,31 TWh nach einem Nettoexport an der deutschen Grenze von 8,29 TWh im Jahr 2019", so die Behörde.

Quelle: APA

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