Wirtschaft

Wieder warten auf Hilfe für leere Züge

ÖBB und Westbahn brauchen weiter Geld, um den Taktverkehr zwischen Wien und Salzburg aufrechtzuerhalten. Die Frist läuft am Sonntag aus.

Im Bahnverkehr herrscht coronabedingt weiter Flaute  SN/APA (Archiv)/ROBERT JAEGER
Im Bahnverkehr herrscht coronabedingt weiter Flaute

Geht es nach Plan, bleibt für Bahnfahrer zwischen Wien und Salzburg alles, wie es ist. Dann wird die staatliche Unterstützung für die coronabedingt leeren Züge von ÖBB und privater Westbahn erneut um drei Monate verlängert. Mit rund 40 Mill. Euro soll ein Stundentakt auf Österreichs meistfrequentierter und - bis zur Coronakrise - einziger nicht subventionierter Bahnstrecke aufrechterhalten werden. Einen entsprechenden Antrag hat die grüne Klimaministerin Leonore Gewessler vor gut drei Wochen an den Budgetwächter der Republik, Finanzminister Gernot Blümel, gestellt. Fünf Tage bleiben ihm noch, die haushaltstechnischen Prüfungen abzuschließen. Sonst könnte der Zugverkehr demnächst ausgedünnt und die Tickets nicht mehr gegenseitig anerkannt werden.

"Wir sind im Zeitplan", hieß es am Dienstag aus dem Finanzministerium, es handle sich um ganz normale Abstimmungen. Anlässlich der letzten Verlängerung im Februar hatte sich Blümel gegen weitere Coronahilfen für die Bahn quergelegt. Ein Stopp hätte nicht nur die ohnehin hoch subventionierte ÖBB getroffen, sondern auch die kleine Westbahn. Der Mehrheitseigner, der Baumagnat Hans Peter Haselsteiner, kündigte damals an, die Hälfte der Züge streichen zu müssen. Am Ende gelang eine Einigung und eine Verlängerung bis 11. April.

"Mit einer Fortführung der Notvergabe soll auch in den kommenden Monaten gesichert werden, dass Pendlerinnen und Pendler, die in der Krise auf den Zug angewiesen sind, die Öffis wie gewohnt nutzen können", betont Gewessler. Ihr Hauptargument: Ein gutes öffentliches Verkehrsangebot wird wieder angenommen, wenn die Coronamaßnahmen gelockert werden.

Zu Beginn der Covid-Krise sind die Fahrgastzahlen zunächst um bis zu 90 Prozent eingebrochen. Durch Homeoffice, den Umstieg auf das Auto und Reisebeschränkungen herrscht im Bahnverkehr weiter Flaute. Bei den ÖBB hat sich das Minus zwischenzeitlich auf 60 Prozent im Fern- und 40 Prozent im Nahverkehr eingependelt. Die Westbahn spricht von 25 bis 30 Prozent Auslastung in ihren Zügen. Ohne staatliche Zuzahlung würde der aktuelle Fahrplan noch bis 25. April aufrechterhalten werden, sagt Westbahn-Sprecherin Ines Volpert.

In Summe sind für die Wien- Salzburg-Strecke seit April 2020 rund 130 Mill. Euro geflossen, etwa vier Fünftel davon an die Staatsbahn. Sollten sich die Züge im Juni wieder füllen (ähnlich wie im Sommer 2020), würde das die Subventionen reduzieren, weil die Ticketeinnahmen angerechnet werden.

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 16.04.2021 um 08:48 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/wieder-warten-auf-hilfe-fuer-leere-zuege-102077515

Kommentare

Schlagzeilen