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Wiener Börse 2016 mit neuem Rekord bei Wertpapierabwicklung

Die Wiener Börse hat 2016 von einem regen Börsengeschehen profitiert. 8,6 Millionen tatsächlich ausgeführte Einzelgeschäfte - also Käufe und Verkäufe - bedeuten einen neuen Rekord.

Christoph Boschan ist seit 1. September Chef der Wiener Börse.  SN/APA (Techt)/HANS KLAUS TECHT
Christoph Boschan ist seit 1. September Chef der Wiener Börse.

Auf die Aktienumsätze hat sich dies kaum ausgewirkt, diese blieben mit 54,3 Mrd. Euro relativ stabil. Die Performance des Leitindex ATX liegt mit rund 10 Prozent im EU-Spitzenfeld."Was die Anzahl der abgeschlossenen Börsengeschäfte angeht, haben wir an der Wiener Börse ein absolutes Allzeithoch", sagte Christoph Boschan, seit 1. September neuer Chef der Wiener Börse, im APA-Gespräch. Im Tagesdurchschnitt verarbeitete das Xetra-Handelssystem 2,54 Millionen Transaktionen - also alle Eingaben ins System. Im Vorjahr waren es 2,28 Millionen. Die meisten Transaktionen gab es am 24. und 27. Juni anlässlich der Brexit-Entscheidung und am 10. November anlässlich der US-Präsidentschaftswahlen.

"Was den Kurszettel angeht, so ist der auf der Fremdkapitalseite auch deutlich länger geworden", so der Börse-Chef. Demnach wurden heuer 45 Unternehmensanleihen mit einem Rekordvolumen von 7,28 Mrd. Euro emittiert, darunter 21 von inländischen Emittenten mit einem Volumen von 1,43 Mrd. Euro.

"Es ist nicht Eigenkapitalzeit derzeit, die Unternehmen halten sich ja außerordentlich zurück bei der Begebung von Aktien", sagte Boschan. Das sei auch völlig nachvollziehbar: "Wenn sie sich für fast Null Prozent Zinsen am Markt refinanzieren können, dann besteht natürlich wenig Bereitschaft, sich Aktionären zu öffnen." Das sei ein weltweiter Trend.

Am Aktienmarkt kam es nur zu insgesamt fünf Börsengängen, wenn man die zwei Kapitalaufnahmen von Oberbank und BKS Bank mit zusammen 223 Mio. Euro mitzählt. Drei Unternehmen wurden im Dritten Markt neu aufgenommen: GVC Holdings Plc, Dr. Bock Industries AG und BPG hramba plemenitihkovin d.d., class A shares. Auch am fast 20 Mal größeren deutschen Aktienmarkt habe es heuer nur einen Börsengang gegeben, so Boschan. Derzeit sind an der Wiener Börse 90 Aktien von 84 Unternehmen und über 450 Unternehmensanleihen handelbar.

Die bisherige ATX-Performance von 10,45 Prozent (bzw. 13,71 Prozent inklusive Dividende, Stand: 16. Dezember) sei insoferne bemerkenswert, als andere große europäische Vergleichsindizes teilweise im Minus liegen, zum Beispiel der Eurostoxx50 mit minus 0,25 Prozent. Am besten performt haben heuer Lenzing (+66,4 Prozent), SBO (+49,75 Prozent) und voestalpine (+36,7 Prozent). Insgesamt gebe es unter den größten börsenotierten Firmen mehr Gewinner als Verlierer.

Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse liegt bei 95,55 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 8,66 Prozent gegenüber dem Vorjahresultimo.

Die Handelsumsätze am Aktienmarkt sind heuer mit bisher 54,3 Mrd. Euro stabil geblieben. Am umsatzstärksten waren wieder die Monate März und Juni. Zahlreiche mitteleuropäische Börsen hätten heuer Umsatzeinbußen im zweistelligen Bereich hinnehmen müssen, die Deutsche Börse etwa um 16,9 Prozent, sagte Boschan. 83 Prozent der Umsätze stammten von internationalen Handelsteilnehmern, hauptsächlich aus Großbritannien und den USA. Die ausländischen Top-Handelspartner sind Morgan Stanley, Merrill Lynch und Goldman Sachs. Im Inland sind es die Erste Bank und die Raiffeisen Centrobank (RCB).

Auch wenn sich die Wiener Börse in der Zwischenzeit - mit Ausnahme der Prager Börse - von allen Partnerbörsen in Osteuropa verabschiedet habe, liege eine integrale Säule des Geschäftes nach wie vor in Osteuropa, betonte Boschan. So sei die Wiener Börse etwa technischer Serviceanbieter für das Handelssystem in Budapest, Prag, Laibach und demnächst wahrscheinlich auch für Zagreb.

Quelle: APA

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