Wirtschaft

Wintertourismus vor "Corona-Absturz" im Höhenflug

Bis zum Ausbruch der Coronavirus-Krise ist der heimische Wintertourismus auf Rekordkurs gesteuert, jetzt liegt er darnieder. Per Ende Februar verbuchte die Branche bei den Nächtigungen gegenüber dem Jahr davor noch ein kräftiges Plus von 7,1 Prozent auf 53,2 Millionen, wie aus aktuellen Hochrechnungen der Statistik Austria hervorgeht. Mittlerweile sind so gut wie alle Hotels und Pensionen zu.

Die Zeiten gut gefüllter Skilifte waren heuer jäh zu Ende SN/APA/BARBARA GINDL
Die Zeiten gut gefüllter Skilifte waren heuer jäh zu Ende

Einen Vorboten der Covid-19-Pandemie, die zum Jahreswechsel in China ihren Ausgang nahm, gab es aber bereits: In den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres brach die Zahl der chinesischen Urlauber gegenüber der Vorjahresperiode um rund 30 Prozent auf 66.200 ein. Mit deren Übernachtungen ging es im Zeitraum Jänner und Februar um fast 26 Prozent auf etwa 107.400 abwärts.

Die Beherbergungsbetriebe haben sich in der Wintersaison 2019/20 von November bis Ende Februar einen kleinen Polster erarbeitet, auf dem sie sich aber nur kurz ausruhen können. Die Zahl der Österreich-Urlauber legte in diesem Zeitraum den vorläufigen Daten von heute, Donnerstag, zufolge um 6,9 Prozent auf 14,55 Millionen zu. Bei den Nächtigungen gab es in allen Unterkunftskategorien Zuwächse, den stärksten Anstieg verzeichneten die gewerblichen Ferienwohnungen und -häuser mit einem Plus von 12,8 Prozent.

Die bis zur Corona-Krise ab Mitte März erzielte Erfolgsbilanz der Touristiker stützten vor allem die deutschen Urlauber, die mit einem Anteil von 47,2 Prozent immerhin fast die Hälfte aller Nächtigungen in Österreich generierten. Auf ohnedies schon hohen Niveau stiegen deren Übernachtungen in den heimischen Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen zwischen November und Februar nochmals massiv um 9,8 Prozent auf 19,7 Millionen.

Doch auch Urlaub in der Heimat stand hoch im Kurs. Während es bei den ausländischen Touristen im Berichtszeitraum November bis Februar ein Plus von 8,6 Prozent bei den Nächtigungen gab, waren es bei den Inländern 2 Prozent. Letztere stellten damit einen Anteil von gut einem Fünftel (21,6 Prozent) an den Gesamtnächtigungen.

Die zweitwichtigste Urlaubergruppe aus dem Ausland, hinter den Deutschen, sind die Holländer, die in der Wintersaison bis Ende Februar 5,11 Millionen Nächte in Österreich buchten, ein Anstieg um 13,8 Prozent.

Nächtigungsrückgänge bei den Top-10-Herkunftsländern gab es lediglich bei den wesentlich kleineren Urlaubergruppen aus Großbritannien (minus 1,3 Prozent auf 1,63 Millionen), der Schweiz (minus 0,2 Prozent auf 1,61 Millionen) und Italien (minus 2,8 Prozent auf 758.600).

Nach Bundesländern betrachtet zogen Tirol, Salzburg und Wien die meisten Touristen an. In Tirol, dem späteren Corona-Hotspot, nahmen die Übernachtungen zwischen November und Februar um 7,9 Prozent auf 20,3 Millionen zu. Somit waren das im heurigen Winter um fast 1,5 Millionen mehr als im Vorjahr. Auch Salzburg verbuchte um fast 950.000 mehr Touristennächte - insgesamt betrug das Plus dort 8,3 Prozent auf 12,2 Millionen. An dritter Stelle rangierte Wien mit einem Zuwachs von 5,8 Prozent auf 5,2 Millionen.

Kurzum, bis knapp vor der Corona-Krise boomte der Tourismus in sämtlichen Bundesländern - mit den deutlichsten Anstiegen bei den Nächtigungen in Salzburg (plus 8,3 Prozent), Tirol (plus 7,9 Prozent) und Kärnten (plus 7,6 Prozent). Den geringsten Zuwachs hatte Niederösterreich mit immer noch plus 2,4 Prozent.

Wie und ob der Tourismus den (inter)nationalen "Lockdown" infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie verkraften kann, wird wesentlich von der Dauer des von der Regierung verhängten Ausnahmezustandes abhängen. Vorläufig ist dieser jedenfalls über Ostern hinaus aufrecht.

Quelle: APA

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