Österreich

"Wir brauchen ein Signal für den Standort"

Eine Steuersenkung auf Unternehmensgewinne sei überfällig und eine Frage der Fairness, sagt Industrie-Generalsekretär Christoph Neumayer.

SN:Die Regierung will im Jänner ihre Pläne für die restliche Legislaturperiode vorstellen. Was muss aus Sicht der Industrie jedenfalls enthalten sein?
Christoph Neumayer: Es wurden in den vergangenen Monaten einige Pakete des sogenannten New Deal beschlossen. Für den Produktionssektor, der auch Zugpferd für die Beschäftigung ist, fehlt ein solches Paket. Wir erwarten, dass einige Maßnahmen auch für mittlere und große Betriebe nachjustiert werden.
SN: Worum geht es da konkret?
Um drei bis vier Punkte. Politisch am einfachsten umzusetzen ist eine weitere Erhöhung der Forschungsprämie. Das Anheben von 10 auf 12 Prozent war für einige Investitionen mitentscheidend. Zweiter Punkt, ein Dauerbrenner - die Arbeitszeit. Ein erster Schritt wäre eine Tageshöchstarbeitszeit bei Gleitzeit von 12 Stunden. Grundsätzlich sollte man Arbeitszeit breiter diskutieren, in vielen Ländern beschränkt man sich auf die Regelung der Ruhezeiten. Drittens gab es Investitionssignale an Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern. Das sollte es auch für mittlere und größere Unternehmen geben - in Form einer Investi tionsprämie, eines Freibetrags oder einer Zuwachsprämie. Der vierte Punkt wäre vom Volumen her der größte, die Körperschaftsteuer. Österreich ist ins oberste Drittel in Europa gerutscht. Da gibt es zwei Optionen - die Senkung von 25 auf 20 Prozent oder die Halbierung der KöSt auf nicht entnommene Gewinne, diese Variante favorisieren wir.

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