Wirtschaft

Wirtschaft will laut Mahrer weniger Steuern und Bürokratie

Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer hat am Freitag zu Beginn des Intensivwahlkampfes für die Nationalratswahl 2019 die Forderungen der Wirtschaft präsentiert. Weniger Bürokratie, weniger Steuern und mehr Bildung seien die zentralen Wünsche der Firmen, so Mahrer mit Verweis auf eine Umfrage unter 989 Unternehmern.

Mahrer präsentierte Umfrage unter Unternehmen SN/APA (Archiv)/HANS PUNZ
Mahrer präsentierte Umfrage unter Unternehmen

Gefragt danach, welche Regierung er sich nach der Wahl wünscht, meinte Mahrer: "Ich habe keine Koalitionspräferenzen." Es wäre aber gut wenn der eingeschlagene Weg der vorigen Regierung weitergegangen werde. Zu der bevorstehenden Herbstlohnrunde meinte Mahrer, dass es aufgrund der nachlassenden Konjunktur und der empirischen Wirtschaftsdaten "logisch" sei, dass die Abschlüsse unter dem Vorjahr liegen.

Als zentrale Wünsche der Wirtschaft formulierte Mahrer den Bürokratieabbau, eine Steuersenkung und Verbesserungen im Bildungssystem. Es sei in den vergangenen Jahren viel richtig gemacht worden, nun komme aber der konjunkturelle Abschwung in Deutschland belastend dazu. "Die deutsche Wirtschaft hat Grippe", so Mahrer.

Die Diskussion um den Klimaschutz sei eine gute und biete Chancen für die Unternehmen, man müsse den Herausforderungen aber mit Anreizen begegnen "und nicht mit der Keule kommen". Die von der SPÖ geforderte Erbschaftssteuer für große Vermögen lehnen Mahrer und sein Generalsekretär Karlheinz Kopf ab, betonten sie. Diese würde Betriebe und Arbeitsplätze gefährden.

Laut der Umfrage unter knapp 1.000 Unternehmern sind sieben Prozent mit den derzeitigen Rahmenbedingungen der Wirtschaft sehr zufrieden - und genau so viele gar nicht zufrieden. Dass die neue Regierung den Kurs der ÖVP/FPÖ-Vorgängerregierung "auf jeden Fall" beibehalten soll, bejahten 26 Prozent, 13 Prozent meinten "sicher nicht".

Als wichtigster Punkt wird laut Umfrage der Bürokratieabbau und die Senkung der Lohnnebenkosten sowie der Einkommenssteuer gesehen, relativ wenig Bedeutung wird etwas dem Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Verfahrensbeschleunigung bei Großprojekten beigemessen.

Der ÖGB zeigte sich wenig erfreut über die Wortmeldung von Mahrer, wonach bei der Herbstlohnrunde die Abschlüsse aufgrund der empirischen Daten "logisch" unter jenen von 2018 liegen sollen. ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian erinnerte, mit Verweis auf Aussagen von OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny und IHS-Chef Martin Kocher, an die Wichtigkeit des privaten Konsums. "Gute Lohn- und Gehaltsabschlüsse sichern das gute Leben der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Kaufkraft und damit auch die heimische Wirtschaft - dafür werden sich die Gewerkschaften auch bei der bald startenden Herbstlohnrunde einsetzen", betonte Katzian.

Die Grüne Wirtschaft wiederum kritisierte Mahrer dafür, dass er wichtige Anliegen der Wirtschaftstreibenden ausklammere - wie den Wunsch der Wirtschaft für einen Zugang von Asylwerbern zur Lehre in Mangelberufen.

Quelle: APA

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