Wirtschaft

Wirtschaft wuchs in Österreich stärker als im Euroraum

Die österreichische Wirtschaft ist weiterhin kräftig gewachsen, wie das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) in seinem am Donnerstag veröffentlichtem Konjunkturbericht feststellt. Zwar flaute die Dynamik im zweiten Quartal gegenüber den Vorquartalen ab, doch expandierte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) weiterhin stärker als im Durchschnitt des Euroraumes. Die Arbeitslosigkeit ging weiter zurück.

Mit Österreichs Wirtschaft geht es aufwärts SN/APA/HANS KLAUS TECHT
Mit Österreichs Wirtschaft geht es aufwärts

Während die Wirtschaft im Euroraum heuer im zweiten Quartal nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal wuchs, legte die österreichische Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,7 Prozent zu.

In den USA stieg die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal kräftig, nach einem eher verhaltenen Wachstum zum Jahresbeginn. In der EU stabilisierte sich die Entwicklung nach einem schwachen Beginn im zweiten Quartal, im Euroraum verlor sie abermals an Schwung.

Trotz wachsender Unsicherheit bezüglich drohender internationaler Handelskonflikte wuchs die Weltwirtschaft im zweiten Quartal 2018 kräftig. Die vorliegenden Indikatoren vieler bedeutender Schwellenländer weisen laut Wifo auf eine anhaltende Expansion hin. In den USA war die Steigerungsrate im zweiten Quartal mit real 1 Prozent gegenüber der Vorperiode doppelt so hoch wie im ersten Quartal (plus 0,5 Prozent).

Im Euroraum und in der EU flaute die kräftige Dynamik des Vorjahres im ersten Quartal 2018 etwas ab. War die Wirtschaft im Euroraum im vierten Quartal 2017 mit 0,7 Prozent noch ähnlich stark gewachsen wie in den Vorperioden, so verringerte sich der Anstieg Anfang 2018 auf 0,4 Prozent. Die Investitionsnachfrage verlor deutlich an Schwung, und der Export ging sogar zurück. Lediglich die Konsumnachfrage belebte sich und stützte die Entwicklung.

Gemäß der ersten Schätzung von Eurostat verringerte sich das Wirtschaftswachstum im Euroraum im zweiten Quartal weiter leicht auf 0,3 Prozent. Für die gesamte EU wurde abermals ein Anstieg des BIP um real 0,4 Prozent festgestellt.

In Österreich setzte sich der Aufschwung im zweiten Quartal mit nur leicht verminderter Dynamik fort. Erste Berechnungen des Wifo ergaben einen BIP-Anstieg um real 0,7 Prozent gegenüber der Vorperiode. Die Exporttätigkeit ließ abermals etwas nach, die Investitionsnachfrage entwickelte sich unverändert kräftig. Der Konsum der privaten Haushalte wuchs neuerlich robust. Aufgrund der kräftigen Beschäftigungszuwächse der vergangenen Jahre stiegen die Arbeitseinkommen erheblich, und die erhöhte Zuversicht der privaten Haushalte begünstigt deren Konsumbereitschaft.

Die anhaltend gute Konjunktur ließ die Arbeitslosenquote weiter sinken. Sie war im Juli 2017 mit 7,6 Prozent bereits deutlich niedriger als im Vorjahr gewesen und sank heuer auf 6,9 Prozent. Allerdings gibt es da einen Wermutstropfen: Während die Arbeitslosenquote im Durchschnitt der EU schon fast so niedrig ist wie in der Hochkonjunktur vor der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise, liegt sie in Österreich noch über dieser Marke von etwa fünf Prozent.

Die Inflationsrate entsprach im Juni mit 2 Prozent dem Durchschnitt der letzten Monate, bisher nimmt der Preisdruck noch nicht zu. Vor allem die Treibstoffverteuerung schlug aber auf die Teuerungsrate durch.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) zeigte sich über den jüngsten Wifo-Konjunkturbericht erfreut. Das Wachstum der heimischen Wirtschaft stehe weiterhin auf breiter Basis. Damit dem heißen Sommer keine abrupte Abkühlung im Herbst folge, müssten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen laufend verbessert werden durch Entbürokratisierung und Unterstützung des Exports.

In der Außenwirtschaftsstrategie soll bis Jahresende der gemeinsame Auftritt gestärkt werden und der Außenhandel als strategische Aufgabe definiert werden. "Wir müssen faire und qualitative Wirtschaftspartnerschaften fokussieren, beispielsweise mit China, Singapur, Japan oder Kanada. Denn der Export ist es, der Wohlstand und Arbeitsplätze sichert", so Schramböck in einer Aussendung. Umgesetzt seien bereits zahlreiche Initiativen zur Unterstützung des Handels mit Drittstaaten.

Ebenfalls bereits umgesetzt sei die Lockerung des Crowdfunding-Gesetzes: Die Schwelle, unter welcher gar keine Informationspflichten bestehen, wird von 100.000 auf 250.000 Euro angehoben. Auch Erleichterung bei Anlagengenehmigungen, eine Verlängerung der Wasserzählernacheichungsfrist und eine Flexibilisierung der Arbeitszeit ab 1. September 2018 zählt die Wirtschaftsministerin zur erfolgreichen Entbürokratisierung.

Quelle: APA

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