Österreich

Wirtschaftsministerium pumpt weiter Geld in Leitbetriebe

Die Investitionszuwachsprämie gibt es nun auch für große Leitbetriebe mit mindestens 250 Beschäftigten.

Reinhold Mitterlehner hat gute Nachrichten für die Wirtschaftsbetriebe.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Reinhold Mitterlehner hat gute Nachrichten für die Wirtschaftsbetriebe.

Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) startet im März ein mit 100 Mio. Euro dotiertes Programm, wie am Dienstag im Ministerrat beschlossen wurde. Für Klein- und Mittelbetriebe gibt es diese Förderung bereits seit 2016.

Konkret erfolgt die Förderung in Form einer Prämie von 10 Prozent des Investitionszuwachses. Der förderfähige Investitionszuwachs für die größeren Betriebe liegt zwischen 500.000 und 10 Mio. Euro, folglich bewegt sich die mögliche Einzelförderung zwischen 50.000 und 1 Mio. Euro in Regionalfördergebieten, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Es gilt das "first come, first served"-Prinzip: Anträge können bis Ende des Jahres "nach Maßgabe der verfügbaren Mittel" bei der Förderbank aws (Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft) oder der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) gestellt werden - sie müssen aber vor der Durchführung der Investition eingebracht werden.

Gefördert werden laut Ministerium beispielsweise die Anschaffung von Maschinen, der Aufbau neuer Vertriebsstrukturen wie etwa die Erweiterung eines Filialnetzes, die Einrichtung einer Online-Plattform oder der Bau einer neuen Betriebshalle.

Von dem Förderprogramm ausgenommen seien unter anderem Grundstücke, Finanzanlagen, gebrauchte Anlagegüter, Investitionen in bestimmte Fahrzeuge oder Betriebsübernahmen. Unternehmen, die eine Prämie beziehen wollen, müssen zudem Jahresabschlüsse für zumindest drei Geschäftsjahre vorlegen können - es sollen nur etablierte Betriebe gefördert werden. Für die mehr als 1.000 großen Unternehmen in Österreich arbeiten knapp 900.000 Beschäftigte, also rund 40 Prozent aller unselbstständig Arbeitnehmer.

"Aufgrund der Investitionsschwäche der vergangenen Jahre gibt es jetzt einen großen Erneuerungsbedarf in der heimischen Wirtschaft", betont der Wirtschaftsminister. Zusätzlich ziehe die Konjunktur an und Kapazitäten müssten ausgeweitet werden. "Daher wollen wir gerade jetzt Betriebe aller Größenklassen unterstützen, um Österreich nach vorne zu bringen." Starke Leitbetriebe seien in ihrer Wertschöpfungskette eng mit Klein- und Mittelbetrieben vernetzt. "Davon profitieren alle Beteiligten", erwartet Mitterlehner.

Von dem Programm verspricht sich der Minister die Sicherung bzw. Schaffung von bis zu 60.000 Arbeitsplätzen. Mit der Summe von 100 Mio. Euro sollen zusätzliche Investitionen im Wert von 1 Mrd. Euro in Österreich unterstützt werden. Das gesamte Investitionsvolumen der mit der Prämie geförderten Betriebe könnte einer Schätzung des aws zufolge bis zu 2 Mrd. Euro erreichen.

Lob kam am Dienstag von der Wirtschaft: Sigi Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der WKÖ, bezeichnete die Maßnahme als "richtungsweisend". Man müsse dafür sorgen, dass wie in Deutschland auch in Österreich Investitionen anziehen. "Wer die Investitionen der Leitbetriebe stimuliert, liefert eine wesentliche Grundlage dafür, dass Jobs geschaffen werden und die heimische Wirtschaft konkurrenzfähig bleibt."

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl sieht darin einen "wichtigen Impulsgeber für den dringend benötigten Zuwachs an Investitionen". Wichtig sei, dass allfällige Richtlinien für die Anwendung rasch veröffentlicht werden, damit für die Unternehmen Rechtssicherheit besteht.

Für Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung, ist die Prämie "ein wichtiger industriepolitischer Schritt" und "ein entscheidender Hebel für neue Arbeitsplätze". Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner erwartet über die Wertschöpfungskette positive Auswirkungen auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) .

Quelle: APA

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