Wirtschaft

WKÖ startet Bildungsoffensive

Die Wirtschaftskammern starten eine Bildungsoffensive und wollen ihre laufenden Ausgaben für diesen Bereich in den kommenden zehn Jahren auf jährlich 500 Mio. Euro erhöhen. Unter anderem geplant sind die Einrichtung einer virtuellen Lernplattform sowie die Errichtung von mehreren "Campus der Wirtschaft"-Standorten, so WKÖ-Präsident Harald Mahrer bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Mahrer setzt auch auf virtuelle Lehrplattform SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Mahrer setzt auch auf virtuelle Lehrplattform

Die Kammern seien mit 950.000 Teilnehmern jährlich bereits jetzt der größte private Bildungsanbieter des Landes, betonte Mahrer und verwies auf Einrichtungen wie das Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifi), Baumeisterschulen, Fachhochschulen bzw. Privatunis sowie die Talentechecks für Schüler. Jährlich würden derzeit dafür rund 380 Mio. Euro für den laufenden Betrieb aufgewendet. Diese Zahl soll bis 2030 auf 500 Mio. Euro anwachsen, in den nächsten Jahren soll auch die Millionenmarke bei der Teilnehmerzahl geknackt werden.

Unter anderem sollen im Rahmen der Initiative "Wir bilden Zukunft" bis 2025 drei "Campus der Wirtschaft"-Standorte für den Umgang mit digitalen Technologien geschaffen werden - entweder durch den Ausbau bestehender oder durch den Bau neuer Einrichtungen. Dabei soll etwa mit dem Bund kooperiert werden. Als Beispiel nannte Mahrer etwa den Bau einer neuen HTL für Digitalisierung durch das Bildungsministerium, das die Kammer am gleichen Ort mit einer Einrichtung für Lehrlinge und einer weiteren für die Weiterbildung von Mitarbeitern ergänzen würde.

Außerdem will die Kammer eine virtuelle Lernplattform aufbauen - "ein Netflix der digitalen Bildung", so Mahrer. Für Schüler, Lehrlinge wie Mitarbeiter von Betrieben sollen darauf jene digitalen Lernangebote zur Verfügung stehen, die gerade gebraucht werden, etwa eBooks, Learning Rooms oder MOOCs (Massive Open Online Courses). Durch Künstliche Intelligenz sollen die Nutzer laufend neue Angebote erhalten. Auf der offenen Plattform sollen auch bereits bestehende Angebote gebündelt werden, im Idealfall könnten User diese über ein Bildungskonto abrufen und etwa nach Absolvierung einiger Kurse Credits erhalten.

Im Bereich der Lehre setzen die Kammern neben den neuen Angeboten über die Lernplattform und den Campus der Wirtschaft auch auf eine Lehre neu für Erwachsene - als Vorbild dafür dient die eben gestartete "Duale Akademie" in Oberösterreich. Zielgruppe sind etwa Maturanten oder Studienabbrecher, die auf eine berufliche Ausbildung umsatteln wollen.

Außerdem wollen die Kammern ihre Initiativen zur Vermittlung von Wirtschaftswissen in der Schule wie den Unternehmerführerschein unter einer Dachmarke bündeln und neue Programme wie etwa Entrepreneurship-Projektwochen starten. Aufwerten will Mahrer die Angebote der Berufsbildung: Derzeit würden unterschiedliche Abschlüsse, die auf einer Lehre aufbauen, nicht als "höhere" Berufsbildung wahrgenommen. Künftig soll eine "attraktive Bildungsmarke" etabliert werden, um auch Fachkräften durchgängige Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

Quelle: APA

Aufgerufen am 21.08.2019 um 08:39 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/wkoe-startet-bildungsoffensive-64130251

Kommentare

Schlagzeilen