Wirtschaft

Wo die Österreicher am liebsten Urlaub machen

90 Prozent der Österreicher wollen heuer verreisen, im Durchschnitt 18 Tage lang, zeigt der Ruefa Reisekompass 2020. Der Preis entscheidet die Wahl des Urlaubsziels, aber es wird weniger gespart als in früheren Jahren. Dagegen verliert das Wetter als Urlaubsfaktor an Bedeutung.

Wenn sie könnten, wie sie wollten, würden Österreicher am liebsten einen Urlaub auf den Malediven verbringen.  SN/apa (dpa)
Wenn sie könnten, wie sie wollten, würden Österreicher am liebsten einen Urlaub auf den Malediven verbringen.

Weder schwächere Konjunkturprognosen noch die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook im Vorjahr können der Reiselust der Österreicher etwas anhaben. 90 Prozent der Bevölkerung (ab 18 Jahre) plant im heurigen Jahr eine Urlaubsreise, zeigt eine repräsentative Onlinebefragung von Marketagent für den aktuellen Ruefa Reisekompass 2020, das ist so viel wie noch nie.

Eine Mehrheit von 58 Prozent gibt an, zwischen einer und drei Wochen unterwegs sein zu wollen, 16 Prozent sogar mehr als vier Wochen. Die durchschnittliche Reisedauer liegt demnach bei 18 Tagen, für den Haupturlaub sind im Durchschnitt 12 Tage reserviert. Urlaub werde den Menschen immer wichtiger, sagt Ruefa-Geschäftsführerin und Verkehrsbüro-Vorstandsdirektorin Helga Freund. "Eine Auszeit von Job und Alltag und die Welt entdecken", nennt sie die Hauptmotive für eine Urlaubsreise.

Wenn es um Urlaub geht, sitzt die Geldtasche durchaus locker: 1620 Euro werden pro Person im Jahr 2020 im Durchschnitt für den Urlaub ausgegeben. Zwei Drittel der 1500 befragten Österreicher geben an, ein Urlaubsbudget von bis zu 1500 Euro pro Kopf zur Verfügung zu haben. Das bedeutet, dass die Bereitschaft sich den Urlaub etwas kosten zu lassen, gestiegen ist. Vor einem Jahr sahen nämlich noch drei Viertel der Befragten ihr finanzielles Limit bei 1500 Euro. Zuwächse habe es vor allem bei Urlaubskassen über 2000 Euro gegeben, sagt Stefan Gensasz von Marketagent.

Die Bereitschaft, für den Urlaub tiefer in die Tasche zu greifen, heißt aber keineswegs, dass der Preis keine Rolle spielen würde. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) nennt die Kosten als den wichtigsten Grund für die Wahl des Urlaubsziels. An Stellenwert verloren hat das Wetter als Planungsfaktor, auch deshalb, "weil es nicht mehr so planbar ist wie früher", sagt Gensasz.

Am beliebtesten ist ungebrochen ein Urlaub am Meer, das wünschen sich ein Viertel der Befragten vor einem Familienurlaub, Rundreisen und Städtereisen. Als beliebtestes Reiseziel führt Italien die Liste an vor Kroatien, Deutschland, Griechenland und Spanien. Überraschend zugelegt hat Ungarn, das Ägypten als Reiseziel überholt hat. Unter den Fernreisen liegen die USA in Führung vor Thailand, den Malediven, Australien (die Befragung erfolgte vor den aktuellen Ereignissen) und der Dominikanischen Republik ex aequo mit China, Südafrika, Indonesien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Großes Traumziel der Österreicher sind aber die Malediven. Auf die Frage nach dem Lieblingsziel ohne finanzielle und zeitliche Einschränkungen liegt das Inselparadies vor den USA, Australien, einer Weltreise sowie Neuseeland und Hawaii.

Die Realität sieht dann doch etwas anders aus. Immerhin ein gutes Viertel - 28 Prozent - planen für heuer eine Fernreise. 77 Prozent der Österreicher wollen ihren Urlaub in Europa verbringen, 71 Prozent laden ihre Akkus im eigenen Land auf. Innerhalb der eigenen Landesgrenzen liegt die Steiermark als Reiseziel klar in Führung vor Salzburg, Kärnten und Tirol.

Aufgerufen am 23.02.2020 um 08:12 auf https://www.sn.at/wirtschaft/oesterreich/wo-die-oesterreicher-am-liebsten-urlaub-machen-82087456

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