Wirtschaft

Zahl der Bauern seit 2010 um ein Zehntel gesunken

Der Strukturwandel in der heimischen Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren weiter fortgesetzt. Die Zahl der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe ging seit 2010 um 10 Prozent auf 155.754 zurück, geht aus dem aktuellen "Grünen Bericht" des Landwirtschaftsministeriums hervor. 2020 bewirtschaftete ein Betrieb laut den vorläufigen Daten der Agrarstrukturerhebung im Schnitt 21,1 Hektar landwirtschaftlich und 25,2 Hektar forstwirtschaftlich genutzte Fläche.

Die Zahl der Bauern sinkt in Österreich kontinuierlich. SN/APA/ROBERT JAEGER
Die Zahl der Bauern sinkt in Österreich kontinuierlich.

Der Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft betrug 2020 den vorläufigen Ergebnissen zufolge rund 9,4 Mrd. Euro (-0,7 Prozent), davon entfielen 7,7 Mrd. Euro auf die Landwirtschaft und 1,7 Mrd. Euro auf die Forstwirtschaft. Im abgelaufenen Jahr gingen 2,252 Mrd. Euro (+5,2 Prozent) an EU-, Bundes- und Landesförderungen an die Agrar- und Forstwirtschaft.

Die Bauerneinkünfte beliefen sich im Durchschnitt auf 28.368 Euro (+1,4 Prozent) pro Betrieb und Jahr, bei Nichtbergbauern auf 35.110 Euro (+4,7 Prozent) und bei Bergbauern auf 21.827 Euro (-3,7 Prozent). Datengrundlage sind die Buchführungsdaten von 1.939 repräsentativ ausgewählten land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. Um den Abstand zwischen Berg und Tal nicht weiter auseinandergehen zulassen, will das Landwirtschaftsministerium im nationalen Strategieplan für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) einen "starken Fokus" auf Bergbauern legen.

"Die Coronakrise hat die landwirtschaftlichen Betriebe hart getroffen, durch die Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung konnten massive Einkommensverluste aber verhindert und die Einkommenssituation stabil gehalten werden", so Landwirtschaftsminister Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einer Aussendung. Dies sei aber "kein Grund für eine Jubelmeldung", die Einkommen würden "in den letzten Jahren" stagnieren. Köstinger forderte erneut "faire Preise" für von Bauern produzierte Agrarprodukte.

Die Abgabenleistung von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben belief sich im Jahr 2018 bei der Einkommensteuer auf 68,8 Mio. Euro sowie 2019 bei der die Grundsteuer A auf 33,5 Mio. Euro und bei der Abgabe auf land- und forstwirtschaftliche Betriebe auf 39,9 Mio. Euro. Die Steuerdaten im "Grünen Bericht" stammen vom Finanzministerium, aktuellere Daten liegen nicht vor.

Den Grünen fehlt im "Grünen Bericht" ein Monitoring der Umweltwirkung. Man habe in der sogenannten Paragraf-7-Kommission, welche Empfehlungen an die Landwirtschaftsministerin ausspricht, Anträge zu Klima, Biodiversität, Boden und Tierschutz eingebracht, die mehrheitlich angenommen worden seien, so Abgeordneter und Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern, Clemens Stammler, in einer Aussendung. Es gehe darum, "ein umfassenderes Bild" der Landwirtschaft, unter anderem im Hinblick auf Klima- und Biodiversitätswirkung sowie der CO2-Pfad der Landwirtschaft veröffentlicht werden.

Die NEOS vermissen bei der türkis-grünen Bundesregierung und Bundesministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) "die große Vision für einen echten Neustart in der Landwirtschaft". "Wir müssen es endlich schaffen, die unternehmerischen Möglichkeiten von Landwirtinnen und Landwirten auszubauen", forderte NEOS-Landwirtschaftssprecherin Karin Doppelbauer. Es müsse Ziel der Landwirtschaftspolitik sein, neue Einkommenszweige zu eröffnen.

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