Österreich

Zeit der utopischen Immobilien-Preise ist vorbei

Mit Immobilien sind aktuell keine überbordenden Preise mehr zu erzielen. "Dieser Boom 'Kaufen, kaufen, kaufen!' ist vorbei - die, die Geld haben, haben gekauft", fasste der Präsident des österreichischen Maklernetzwerks Immobilienring IR, Georg Spiegelfeld, die Marktlage am Mittwoch zusammen. Derzeit kämen sehr viele dieser Objekte zur Vermietung auf den Markt.

Zeit der utopischen Immobilien-Preise ist vorbei SN/APA/GEORG HOCHMUTH
An leistbaren Wohnungen mangelt es.

In den vergangenen Jahren wurde fest in Betongeld investiert. "Jetzt kristallisiert sich heraus: wer hat gescheit und wer hat blöd gekauft", so Spiegelfeld. "Blöd" heißt in dem Fall irgendwo, wo das Objekt nicht vermietbar ist, wo also Lage, Preis und/oder Zustand nicht stimmen.

"An den normalen, leistbaren Wohnungen mangelt es - 700 bis 800 Euro Nettomiete pro Monat ist schon recht exklusiv, da ist man inklusive Betriebskosten und Mehrwertsteuer schnell einmal bei 1.200 Euro, und wer - speziell unter den jungen Leuten - verdient schon 3.000 Euro, um sich das leisten zu können", sagte der Branchenkenner, der beim Immobilienring für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland zuständig ist.

"In Salzburg ist es nicht unähnlich - die Konzerne zahlen keine 'Wohnungsbeihilfen' mehr, das hat diesen Markt schon nach unten gedrückt", berichtete der Vizepräsident des Immobilienrings, Andreas Gressenbauer. Die Mietpreise seien als Folge etwas zurückgegangen.

Die den Immobilienkäufern versprochenen "Prospektrenditen" mit ungedeckelten Nettomieten von 14 bis 17 Euro pro Monat und Quadratmeter seien in der Realität nicht darstellbar. "Bei einer Topwohnung in Salzburg mit einer Miete von 12 bis 13 Euro netto bleibt einem der Mieter", so Gressenbauer. Höhere Mieten würden nur als Not- oder Übergangslösung akzeptiert.

Gleichzeitig seien die billigen Wohnungen Mangelware. Darunter ist in Salzburg etwa eine 60-Quadratmeter-Bleibe für einen Zwei-Personen-Haushalt um 480 bis 570 Euro pro Monat zu verstehen, also ein Quadratmeterpreis von 8 bis 9,50 Euro netto.

Im Luxussegment liege die Obergrenze bei den Mieten österreichweit in der Praxis bei 2.000 Euro pro Monat (exklusive Betriebskosten und Mehrwertsteuer). In der Vergangenheit war da deutlich mehr drin. "Früher haben die internationalen Organisationen und Firmen ihre Mitarbeiter bei den Wohnungskosten unterstützt, heute kriegt er das nicht mehr - er muss aus dem eigenen Geldbeutel zahlen und ist nicht mehr bereit, das zu finanzieren", betonte Spiegelfeld. "Es gibt schon wenige, die so viel Geld verdienen - da gibt es auch bei den exklusiven Wohnungen eine natürliche Grenze."

Quelle: APA

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