Wirtschaft

Abgasskandal: Kraftfahrtbundesamt prüft Verdacht gegen Opel

Im Diesel-Abgasskandal geht das Kraftfahrtbundesamt (KBA) auch einem Manipulationsverdacht bei Opel nach. Das deutsche Verkehrsministerium bestätigte am Samstag einen Bericht, wonach das Bundesamt belastbare Hinweise gefunden habe. Opel teilte daraufhin mit, dem Unternehmen "liegt kein Bescheid des KBA vor".

Opel hat zwei Wochen Zeit für Stellungnahme SN/APA (AFP)/DANIEL ROLAND
Opel hat zwei Wochen Zeit für Stellungnahme

Über den Kurzbotschaftendienst Twitter hieß es zur aktuellen Berichterstattung: "Offene Verfahren, die vor mehr als zwei Jahren begonnen haben, können wir nicht kommentieren." Das Unternehmen verwies darauf, "dass Opel bereits im Dezember 2015 Verbesserungspotenzial erkannte" und eine Technologieinitiative gestartet habe. Ein Teil dieser freiwilligen Maßnahme beziehe sich auf die Modelle Insigna, Cascada und Zafira Tourer der Modelljahre 2013 bis 2016.

"Es gibt eine amtliche Anhörung gegen Opel wegen drei Euro-6-Modellen", sagte ein Ministeriumssprecher am Samstag. Bevor das Ergebnis feststehe, könne zur Unzulässigkeit der Abschalteinrichtung noch nichts abschließend gesagt werden.

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, das KBA habe Hinweise gefunden, wonach der Autohersteller bei bestimmten Fahrzeugen die Abgasnachbehandlung aus technisch nicht erklärbaren Gründen während der Fahrt komplett abschaltet. Betroffen sind demnach weltweit 60.000 Dieselfahrzeuge der Modelle Cascada, Insigna und Zafira mit der Abgasnorm 6 - davon 10.000 Autos aus Deutschland. Die aktuelle Produktion sei allerdings nicht betroffen, berichtete die Zeitung aus Unternehmenskreisen.

Dem Bericht zufolge sollen die verdächtigen Fahrzeuge die Grenzwerte für Stickoxide um mehr als das Zehnfache überschritten haben. Das KBA habe Opel über den Verdacht informiert und zur Stellungnahme aufgefordert. Dafür hat der Hersteller nun zwei Wochen Zeit.

Bisher hat Opel Manipulationsvorwürfe bei der Abgasreinigung zurückgewiesen. "Wir bei Opel setzen keine illegale Software ein", hatte die Konzernspitze im Mai 2016 erklärt. Damals hatte die Deutsche Umwelthilfe Opel vorgeworfen, genauso wie VW und Audi bei den Abgaswerten zu betrügen.

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