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Airberlin steht vor Halbierung und umfassendem Personalabbau

Die angeschlagene Fluggesellschaft Airberlin will kräftig schrumpfen. Mehr als 1000 Mitarbeiter werden sich neue Jobs suchen müssen.

Airberlin steht vor Halbierung und umfassendem Personalabbau SN/APA/dpa/Daniel Reinhardt
Halbierung: Der Airberlin steht ein Schrumpfkurs bevor.

Am Ende sollten wahrscheinlich nur noch halb so viele Flugzeuge betrieben werden wie derzeit, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Verwaltung solle halbiert werden. Das Unternehmen wolle sich voraussichtlich von etwa tausend seiner 8.600 Mitarbeiter trennen.

Airberlin-Hauptaktionär Etihad Airways verhandelt den Angaben zufolge derzeit mit dem Touristikkonzern TUI darüber, Teile von Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft mit TUIfly zusammenzulegen und in einer eigenen Ferienfluggesellschaft fortzuführen. Derzeit spreche TUI mit den Berlinern über diesen Schritt. Der neue Ferienflieger könnte demzufolge die 17 Maschinen der Air-Berlin-Tochter Niki und diejenigen 14 Flugzeuge umfassen, die TUIfly bisher samt Personal langfristig an Air Berlin vermietet hat.

Niki-Sprecherin Marlene Platzer wollte sich auf APA-Anfrage nicht zu dem Medienbericht äußern. "Wir kommentieren Marktspekulationen nicht", sagte sie. Auch Sprecher von TUI und Air Berlin wollten den Bericht nicht kommentieren. Allerdings hatten TUIfly-Aufsichtsratschef Henrik Homann und Geschäftsführer Jochen Büntgen in einem Brief an die Belegschaft am Freitag bestätigt, dass TUIfly "angesichts der wirtschaftlich schwierigen Situation der Air Berlin" immer wieder mit dem Unternehmen selbst und Partnern im Gespräch sei und mögliche Kooperationen auslote.

Zudem war vor einigen Wochen bereits durchgesickert, dass Etihad mit der Lufthansa über ein breit angelegtes Geschäft verhandelt: Airberlin will rund 40 Jets samt Personal an Eurowings vermieten, den Billigableger der Lufthansa. Dem Vernehmen nach soll der Lufthansa-Aufsichtsrat am Mittwoch über die geplante Übernahme des Air-Berlin-Geschäfts abseits der Drehkreuze Düsseldorf und Berlin entscheiden.

Enden die Verhandlungen mit TUI und Lufthansa erfolgreich, würde Airberlin laut "SZ" künftig nur noch etwa 70 Maschinen betreiben, also etwa halb so viele wie derzeit. Das beträfe auch die Besatzungen, also Piloten und Bordpersonal.

Etihad ist mit 29,2 Prozent an Airberlin beteiligt. Die deutsche Fluglinie hat den Angaben zufolge seit dem Börsengang im Jahr 2006 nur ein einziges Mal Gewinn gemacht. In den vergangenen drei Jahren hat das Unternehmen Verluste von insgesamt knapp 1,2 Milliarden Euro angehäuft.

Quelle: Apa/Ag.

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