Wirtschaft

ArcelorMittal will in Italien 4700 Jobs bis 2023 streichen

Nach der Ankündigung UniCredits, bis 2023 8.000 Jobs abbauen zu wollen, ist Italien mit einer weiteren Hiobsbotschaft in Sachen Beschäftigung konfrontiert. Der weltweit größte Stahlkonzern ArcelorMittal hat der Regierung in Rom seinen Unternehmensplan bis 2023 vorgestellt. Die Zahl der Mitarbeiter in den 2018 übernommenen Stahlwerken in Italien soll von 10.789 auf 6.098 schrumpfen.

ArcelorMittal will Mitarbeiter von 10.789 auf 6.098 reduzieren SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
ArcelorMittal will Mitarbeiter von 10.789 auf 6.098 reduzieren

Schon 2020 sollen 2.891 Jobs abgebaut werden. Die Stahlproduktion soll von heute 4,5 Mio. Tonnen Stahl auf 6 Mio. im Jahr 2021 steigen. Der Konzern hatte vor zwei Wochen einen Produktionsstopp in Italien ab 20. Dezember angekündigt, dagegen wehrt sich jedoch die italienische Regierung.

"Wir müssen den Dialog mit ArcelorMittal aufrechterhalten, um die Fortsetzung der Produktion zu garantieren", sagte Industrieminister Stefano Patuanelli. Die Gewerkschaften lehnten den Plan des indisch-französischen Stahlwerks als unannehmbar ab. Der Stellenabbau sei zu drastisch, die Jobs müssten gerettet werden. Die Mitarbeiter des Stahlwerks planen am kommenden Dienstag einen Streik.

Der italienische Premier Giuseppe Conte zeigt sich zuversichtlich. Er hofft, dass dank des mit dem ArcelorMittal-Management neu aufgenommenen Dialogs der Rückzug des Konzerns aus Italien abgewendet werden kann. Das Unternehmen ist bereit, seine Pläne zu überdenken, sollte sich die Regierung zum Verzicht auf eine Klage wegen Vertragsbruch gegen den Konzern entschließen.

ArcelorMittal hatte 2018 zugestimmt, das verlustreiche Stahlwerk Ilva zunächst zu mieten, dann zu kaufen und einschließlich des Kaufpreises 4,2 Mrd. Euro zu investieren. Anfang November teilte der Konzern aber mit, aus dem Übernahmevertrag aussteigen zu wollen. Er begründete den Schritt mit einer Entscheidung des Senats, die Immunität aufzuheben, die die Betreiber bei Verstößen gegen Umweltbestimmungen genießen würden. Experten meinen, ArcelorMittal sei mit einer schweren Krise konfrontiert, wegen der der Konzern sich zum Verzicht auf seine Pläne in Italien entschlossen habe.

Quelle: APA

WIRTSCHAFT-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wirtschaft-Newsletter der "Salzburger Nachrichten".

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 20.01.2021 um 07:20 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/arcelormittal-will-in-italien-4700-jobs-bis-2023-streichen-80241493

Kommentare

Schlagzeilen