Welt

Auch die Arktis ist ein Ziel für Touristen

Der Chef der Welt-Tourismusorganisation WTO führt einen Kampf gegen Terror und will verhindern, dass Venedig zum Disneyland verkommt.

Badewetter in der Arktis SN/apa (afp)
Badewetter in der Arktis

Flughäfen, Bahnhöfe und Restaurants werden zunehmend Ziel von Terrorangriffen. Wie verändert das die Branche?
Taleb Rifai: Seit Jahren ist es unser Schicksal, bei dieser Konfrontation an vorderster Front zu stehen. Die Angriffe richten sich ja nicht auf militärische Ziele, man attackiert touristische Infrastruktur und damit unsere Lebensweise. Die dunklen Mächte wissen genau, wie sie uns wirtschaftlich und politisch treffen. Sie wollen unsere Überzeugung erschüttern, dass wir das Recht haben, unser Leben zu genießen.
Wie sehr belastet der Terror die Prognosen für den internationalen Tourismus?
Das Recht zu reisen kann nicht infrage gestellt werden, weder durch Terrorangriffe noch durch Natur katastrophen oder andere Faktoren. Solche Ereignisse können das Reisen nur kurzzeitig beeinträchtigen. Die Branche reagiert sensibel auf Krisen, sie ist aber zugleich robust und erholt sich schnell wieder. Der Tourismus wird weiter wachsen. Laut unseren Prognosen wird die Zahl der grenzüberschreitenden Touristen von aktuell 1,2 Milliarden Personen bis zum Jahr 2030 auf 1,8 Milliarden steigen.
Gibt es passende Antworten auf diese Bedrohung ?
Dazu muss man ihre Absichten kennen. Sie wollen, dass wir nicht mehr reisen, dass wir Mauern bauen und einander nicht mehr trauen. Richtige Antworten darauf gab es nach einem Attentat auf den Flughafen Istanbul vor einigen Monaten (im Juni 2016, Anm.). Schon wenige Stunden später nahm der Flughafen wieder den Vollbetrieb auf - ein Schlag ins Gesicht der Terroristen, die uns aus der Fassung bringen wollen. Russland hat noch am selben Nachmittag das Reiseverbot in die Türkei aufgehoben, also das Gegenteil der sonst üblichen Reiseverbote. Wir müssen aufpassen, dass solche Verbote nicht nach hinten losgehen, weil sie die Opfer bestrafen und die Täter belohnen. Das ist eine globale Herausforderung, die man auch global angehen muss.

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