Wirtschaft

Australier Cormann ist neuer OECD-Chef

Der frühere australische Finanzminister Mathias Cormann ist zum neuen Generalsekretär der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gewählt worden. Er will sich, wie er am Freitag erklärte, auf die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise konzentrieren sowie auf die Förderung ehrgeiziger Maßnahmen gegen den Klimawandel und auf ein globales Abkommen für die Besteuerung multinationaler Tech-Giganten.

Australischer Ex-Finanzminister gewann knapp gegen Schwedin Malmström SN/AFP/MARK GRAHAM
Australischer Ex-Finanzminister gewann knapp gegen Schwedin Malmström

Klimaaktivisten zeigten sich enttäuscht über die Wahl des Australiers. "Wir haben wenig Vertrauen in Cormanns Fähigkeit, bei der Bewältigung der Klimakrise eine Führungsrolle in der OECD zu übernehmen, da er bisher eine grauenhafte Bilanz in diesem Bereich erreicht hat", sagte Jennifer Morgan, Geschäftsführerin von Greenpeace International. Als Cormann Finanzminister war, habe die australische Regierung "hartnäckig versagt, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um die Emissionen im eigenen Land zu reduzieren und hat gleichzeitig in internationalen Foren konsequent als Blockierer agiert".

Cormann wurde in Belgien geboren und wanderte mit 25 Jahren 1996 nach Australien aus. Er gewann bei der Wahl um das Amt des Generalsekretärs ein knappes Rennen gegen die schwedische Politikerin und ehemalige Handelskommissarin der Europäischen Union, Cecilia Malmström, die mit breiter Unterstützung der meisten europäischen Länder angetreten war.

Der OCED mit Hauptsitz in Paris gehören 37 Länder an, neben Österreich und anderen EU-Ländern sind das unter anderem die USA, Japan, Israel, die Türkei und Mexiko. Die OECD verfasst jährlich rund 500 internationale Berichte von der Flüchtlingspolitik bis hin zu Konjunkturprognosen. Auf OECD-Ebene wird auch über strittige Themen wie eine internationale Digitalsteuer verhandelt.

Cormann löst Angel Gurría ab, der Mexikaner hatte den Vorsitz seit 2006 inne und gibt den Posten im Mai ab. Der Australier hatte im vergangenen Jahr für den geplanten Posten bei der OECD sein Mandat im Parlament niedergelegt.

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