Wirtschaft

Auto-Gewerkschaften fürchten um Jobs wegen Großfusion

Gewerkschaften in Frankreich und Italien reagieren alarmiert auf die Fusionspläne von Fiat Chrysler (FCA) und der Opel-Mutter PSA. Die französische CGT und die italienische Fiom-Cgil kündigten am Donnerstagabend eine Zusammenarbeit zur Sicherung von Arbeitsplätzen an. Ziel sei es, Produktionskapazitäten sowie Forschung und Entwicklung des neuen Autogiganten in Europa zu halten.

Gewerkschafter fürchten Verlust von Jobs SN/APA (AFP)/HAROLD CUNNINGHAM/DANI
Gewerkschafter fürchten Verlust von Jobs

Die beiden Gewerkschaften nannten es "inakzeptabel", dass die Konzerne Gespräche über einen Zusammenschluss führten, ohne die Arbeitnehmer und deren Vertretungen hinzuziehen.

Die italienische Regierung begrüßte unterdessen die Fusionspläne von Fiat Chrysler und PSA. Der italienische Wirtschafts- und Finanzminister Roberto Gualtieri führte am Freitag ein telefonisches Gespräch mit FCA-Verwaltungsratspräsidenten John Elkann über den Fusionsplan. "Der Minister begrüßt Pläne zur Schaffung eines Industriekonzerns mit einer starken italienischen Komponente, der eine Protagonistenrolle auf dem globalen Automarkt spielen wird", hieß es in einem Schreiben des Wirtschaftsministeriums in Rom. Gualtieri verfolge die Entwicklungen bei den Fusionsgesprächen.

Zuvor hatten die Peugeot-Mutter PSA und FCA ihre Pläne bekanntgemacht. Sie wollen zum viertgrößten Autokonzern der Welt verschmelzen. Ergebnis wäre eine Gruppe mit mehr als 400.000 Beschäftigten und Hunderten von Fabriken weltweit. Nach Auskunft der Unternehmen soll es keine Werkschließungen geben. Analysten zufolge dürften allerdings Standorte in Europa unter Druck geraten, weil sie teilweise nicht ausgelastet sind und dort produzierte Marken sich überlappen.

Die IG Metall pocht auf die Eigenständigkeit der vor zwei Jahren von PSA übernommenen Tochter Opel. Für den Rüsselsheimer Autobauer gilt eine Jobgarantie bis Mitte 2023. In Großbritannien dringt die Gewerkschaft Unite auf ein Treffen mit dem PSA-Management. Die geplante Fusion sorge zusätzlich zum Brexit für tiefe Verunsicherung unter den Mitarbeitern der Marke Vauxhall.

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