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Bald rotierender Euro-Vorsitz?

Im Streit um den künftigen Vorsitz der Eurogruppe streben die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande einen Kompromiss an, wonach der Chefposten in einer Art Rotationsverfahren besetzt werden könnte.

Bald rotierender Euro-Vorsitz? SN/apa (epa)
Juncker ist amtsmüde und wirft das Handtuch.

Nach dem Ablauf der Amtszeit von Eurogruppenchef Juncker könne zunächst Deutschlands Finanzminister Schäuble den Posten übernehmen, berichtete der "Spiegel" am Samstag im Voraus ohne Angabe von Quellen. Nach der Hälfte der Amtszeit könnte ihn dann sein französischer Kollege Pierre Moscovici ablösen.

Juncker hat den Posten des Eurogruppenchefs, der für die Finanzminister der 17 Staaten der Eurozone spricht, seit 2005 inne. Der 57-jährige Luxemburger hatte sich zuletzt amtsmüde gezeigt und in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, er werde den Posten zum 17. Juli aufgeben.

Merkel hatte sich bereits vor den französischen Präsidentschaftswahlen für Schäuble starkgemacht, Hollande hatte die Personalie jedoch nach seinem Wahlsieg blockiert und Moscovici gegen Schäuble ins Rennen geschickt. Die Ämterteilung würde es den beiden ermöglichen, ihr Gesicht zu wahren, hieß es in dem "Spiegel"-Bericht. Merkel und Hollande kommen am Sonntag in Reims zusammen, um den Beginn der deutsch-französischen Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg zu feiern.

Einen Chef-Wechsel bei einer Euro-Institution in der Mitte einer Amtszeit gab es schon einmal nach einem Streit mit Frankreich. So verzichtete der Niederländer Wim Duisenberg auf seine volle achtjährige Amtszeit als erster EZB-Präsident und gab den Posten nach vier Jahren an den Franzosen Trichet ab. Dieses Modell erscheint aber für den Euro-Gruppen-Vorsitz unwahrscheinlich, weil in Deutschland bereits im September 2013 gewählt wird.

Quelle: Apa/Ag.

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