Wirtschaft

Brexit - Franzosen wollen bei Guernsey im Ärmelkanal fischen

Nach dem Brexit können französische Fischer zunächst nicht mehr in Gewässern der Kanalinsel Guernsey fischen, die direkt der britischen Krone untersteht. Davon seien 44 Schiffe betroffen, sagte der Präsident des Fischerverbands der Normandie, Dimitri Rogoff, dem französischen Radionachrichtensender Franceinfo am Sonntag.

Guernsey sei ein Sonderfall, erklärte das französische Agrarministerium. Der Zugang der Fischer habe auf der sogenannten Londoner Konvention beruht, die - wie die britische EU-Mitgliedschaft - am 31. Jänner geendet habe. Der Zugang zu den Gewässern von Guernsey sei zwar bis zum Jahresende gewährleistet, nötig seien aber "individuelle Genehmigungen" der dortigen Behörden. Ein Verfahren dafür solle rasch geschaffen werden. Französische Schiffe hätten also zeitweilig keinen Zugang zu den Gewässern der Insel.

"Das sind kleine Boote (und) Familienunternehmen. Sie sind Kanalanrainer, und sie arbeiten im (Ärmel-)Kanal. Sie werden nicht woanders hingehen", sagte Verbandschef Rogoff dem Sender. Fische hätten "keine Nationalität", fügte er hinzu.

Großbritannien hatte die EU in der Nacht auf Samstag nach mehr als 47 Jahren verlassen. In einer Übergangsphase bis zum Ende des Jahres verhandeln London und Brüssel über die weiteren Beziehungen. Das Pariser Agrarministerium unterstrich, dass der Zugang zu britischen Gewässern während der Übergangszeit gewährleistet sei. Guernsey gehört allerdings zu den sogenannten Crown Dependencies und damit nicht zum Vereinigten Königreich.

Quelle: Apa/Dpa

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