Welt

Britische Anti-Korruptionsbehörde ermittelt gegen Airbus

Beim europäischen Flugzeugkonzern Airbus gibt es den Verdacht unsauberer Geschäftspraktiken.

Britische Anti-Korruptionsbehörde ermittelt gegen Airbus SN/APA (dpa)/Peter Kneffel
"Schwerer Schlag" für Airbus.

Wegen Hinweisen auf Betrug, Bestechung und Korruption leitete die britische Anti-Korruptionsbehörde Ermittlungen gegen Airbus ein. Die Anschuldigungen beträfen "Unregelmäßigkeiten" bei der Beratung durch Dritte in der zivilen Luftfahrtsparte des Konzerns, teilte das Serious Fraud Office (SFO) mit.

Die Anti-Korruptionbehörde startete die Ermittlungen im Juli, wie sie am Sonntagabend weiter mitteilte. Zur genauen Natur der Verdächtigungen wollte sie sich zunächst nicht äußern. Details würden erst genannt, wenn Anklage erhoben werde - oder die Ermittlungen fallen gelassen würden. Das SFO rief alle Beteiligten auf, sich zu melden und Informationen zu übermitteln. Die Ermittlungen könnten sich Jahre hinziehen.

Airbus teilte mit, das Unternehmen sei über die Untersuchung auf dem Laufenden und arbeite mit den Ermittlern zusammen. "Wir selbst haben den Fall entdeckt und ihn gegenüber den Behörden offengelegt", sagte Sprecher Jeremy Greaves. Die Unternehmensführung habe in Reaktion auf den Fall bereits "robuste Maßnahmen" ergriffen.

Greaves' Angaben zufolge schaltete Airbus Anfang April die Behörden ein. Im selben Monat gab das staatliche britische Exportkreditinstitut UK Export Finance bekannt, seine Exportkreditgarantien für Airbus zu kündigen. Kreditversicherer in Deutschland und Frankreich folgten diesem Schritt.

Als Grund gab Airbus selbst damals "Unregelmäßigkeiten" bei Kreditanträgen für Kunden an. Das Unternehmen gab sich überzeugt, dass die Exportkreditfinanzierung "in naher Zukunft" wieder aufgenommen werde.

Die "Financial Times" wertete die Einleitung der Ermittlungen in Großbritannien als "schweren Schlag" für den europäischen Flugzeugbauer, was vom US-Rivalen Boeing ausgenutzt werden könnte. Airbus ist der größte zivile Luftfahrtkonzern in Großbritannien mit rund 15.000 Angestellten.

Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 136.600 Menschen. Im vergangenen Jahr machte die Airbus-Gruppe mit den drei Sparten zivile Luftfahrt, Verteidigung und Hubschraubern einen Umsatz von 64,5 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2016 betrug der Umsatz 28,78 Mrd. Euro; der Nettogewinn stieg in den sechs Monaten vor allem wegen Sondereffekten um 15,5 Prozent auf 1,76 Mrd. Euro.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 18.09.2018 um 07:38 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/britische-anti-korruptionsbehoerde-ermittelt-gegen-airbus-1179055

Schlagzeilen