Wirtschaft

Champagner-Hersteller müssen für Russland Etiketten ändern

Die französische Regierung hat es trotz großer Anstrengungen nicht verhindern können: Seit Samstag dürfen Frankreichs Champagner-Hersteller im Exportgeschäft mit Russland nicht mehr die russische Bezeichnung "Schampanskoje" in kyrillischer Schrift auf ihre Etiketten drucken. Die russische Regierung will, dass dies ausschließlich den russischen Weinhäusern vorbehalten ist.

Bezeichnung "Schampanskoje" russischen Schaumweinen vorbehalten SN/APA/dpa/Paul Zinken
Bezeichnung "Schampanskoje" russischen Schaumweinen vorbehalten

Französische Hersteller dürfen zwar noch "Champagner" in lateinischer Schrift nutzen, müssen in kyrillischer Schrift auf der Flaschenrückseite aber "Schaumwein" hinzufügen - ein Sakrileg für die stolze Branche. Das im Juni von Präsident Wladimir Putin unterzeichnete Gesetz hatte für viel Streit mit Paris gesorgt.

Die Regeln hatten schon früher in Kraft treten sollen, Paris handelte aber einen Aufschub bis Ende 2021 aus. "So konnten wir sicherstellen, dass nicht-konforme Flaschen, die vor Juli verschickt wurden, verkauft werden konnten", erklärte der Branchenverband Comité Champagne. Komplett abwenden konnte Frankreich die neuen Regeln jedoch nicht.

Aufgegeben hat Paris noch nicht: Nach Angaben aus dem französischen Handelsministerium gehen die Gespräche weiter. "Wir arbeiten zusammen mit der Europäischen Kommission weiterhin an dieser Angelegenheit, um unsere Wein- und Spirituosenindustrie, einschließlich Champagner, zu verteidigen", sagte ein Ministeriumsvertreter der Nachrichtenagentur AFP.

Vertreter der Hersteller reisten ihrerseits im November nach Russland, um sich dort mit Produzenten zu treffen. Die Russen "sind dabei, ihre eigenen Spitzenweinkellereien aufzubauen", sagte Maxime Toubart, Ko-Präsident des Comité Champagne. Ihn stimme dies hoffnungsvoll: Die russischen Produzenten könnten "mittelfristig" die Bezeichnung "Schampanskoje" aufgeben und ihre eigenen Bezeichnungen schaffen.

Frankreichs Champagner-Winzer verteidigen die geschützte Ursprungsbezeichnung schon seit Jahrzehnten mit juristischen Mitteln: In Deutschland erzielten sie 2019 einen Sieg gegen den Discounter Aldi, der ein "Champagner-Sorbet" im Angebot hatte. Außerhalb der EU haben sie es jedoch schwerer. Neben Russland erkennen auch die USA die geschützte Herkunftsbezeichnung für Champagner nicht an.

Als Exportmarkt kommt Russland für die französischen Champagner-Winzer an 15. Stelle, in das Land werden jährlich rund zwei Millionen der insgesamt 150 Millionen exportierten Flaschen geliefert. Allerdings kauft die russische Oberschicht nach Angaben des Comité Champagne oft besonders edle und damit teure Cuvées.

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