Wirtschaft

Chinesische und russische Industrie schrumpfen

Die chinesische Industrie ist im März so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr geschrumpft. Der am Freitag veröffentlichte Caixin/Markit Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel auf 48,1 Zähler und zeigte damit den stärksten Rückgang seit Februar 2020 an, gegenüber 50,4 im Vormonat. Sowohl die Inlands- als auch die Auslandsnachfrage gingen zurück. Auch die russische Industrie schrumpft wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

Im März zeichnete sich ein besonders hoher Rückgang bei neuen Exportaufträgen ab, da die befragten Unternehmen angaben, dass die steigende Infektionsrate in China, Störungen im Schifffahrtssektor und größere Marktunsicherheiten aufgrund der Ukraine-Krise Kunden dazu veranlassten, Aufträge zu stornieren oder auszusetzen.

Die chinesische Regierung hat bereits angekündigt, Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft ergreifen zu wollen. "Die Aussicht auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist ungewiss, der Rohstoffmarkt wurde erschüttert. Eine Vielzahl von Faktoren wirken zusammen, die den Abwärtsdruck auf Chinas Wirtschaft verstärken und das Risiko einer Stagflation unterstreichen", sagte Wang Zhe, Ökonom bei der Caixin Insight Group, in einer Erklärung zur Veröffentlichung der Daten.

Auch die russische Industrie schrumpft so stark wie seit den Anfängen der Coronapandemie vor knapp zwei Jahren nicht mehr. Der S&P Global-Einkaufsmanagerindex sank im März um 4,5 Punkte auf 44,1 Zähler und damit auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020, wie am Freitag aus einer Unternehmens-Umfrage hervorgeht.

Das Barometer signalisiert bei Werten über der Marke von 50 Punkten ein Wachstum der Industrie, bei Werten darunter ein Schrumpfen. Grund für den Abwärtstrend waren demnach stark steigende Lieferzeiten und Materialengpässe.

Die Umfrage verzeichnete den stärksten Anstieg der Verkaufspreise und den kräftigsten Anstieg der Kosten seit Beginn der Datenerhebung im September 1997. Die Beschäftigung ging im zweiten Monat in Folge zurück, was mit dem Rückgang der Kundennachfrage und bei Neuaufträgen zusammenhängt. Dabei beschleunigte sich der Jobabbau so stark wie zuletzt im Juli 2020. Der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar wurde in der Umfrage nicht erwähnt.

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