Wirtschaft

Coronavirus - auch BMW, Toyota und Tesla stoppen die Produktion

Der Coronavirus zwingt zunehmend internationale Autoriesen in die Knie. BMW-Vorstandschef Oliver Zipse sagte am Mittwoch in München: "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

Auch BMW legt eine Zwangspause ein. SN/APA (AFP/Archiv)/CHRISTOF STACHE
Auch BMW legt eine Zwangspause ein.

Die Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Nachfrage nach Autos in allen wesentlichen Märkten erheblich beeinträchtigen, teilte das Unternehmen mit. "Bei uns folgt die Produktion der prognostizierten Absatzentwicklung. Unser Produktionsvolumen passen wir flexibel der Nachfrage an", sagte Zipse.

Auch VW, Audi und Daimler hatten bereits eine Unterbrechung der Produktion wegen der Coronavirus-Krise angekündigt. Audi und der Lastwagenbauer MAN beantragten bereits Kurzarbeit.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, die Gesundheit der Mitarbeiter müsse geschützt und ihre Arbeitsplätze und Einkommen müssten abgesichert werden. Ein BMW-Tarifmitarbeiter bekomme auch bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns. Mit Kurzarbeit, flexiblen Arbeitszeitkonten und Homeoffice werde BMW die Belegschaft sicher durch die Coronavirus-Krise steuern.0

BMW erwartet Gewinnrückgang

Im laufenden Jahr erwartet BMW einen weiteren deutlichen Gewinnrückgang. Die Ergebnismarge im Autogeschäft werde voraussichtlich auf zwei bis vier Prozent vom Umsatz fallen. Die Finanzdienstleistungen erwarteten weniger Neuverträge und eine höhere Risikovorsorge. Deshalb dürfte "das Konzernergebnis vor Steuern gegenüber 2019 deutlich zurückgehen", teilte der Autokonzern mit. Es war bereits im vergangenen Jahr von 9,6 auf 7,1 Milliarden Euro gefallen.

Die Coronavirus-Krise trifft allerdings nicht nur die unmittelbar fahrzeugproduzierende Industrie. Im Umkreis ihrer Zulieferer hatte das Coronavirus bereits Ende Jänner erste Auswirkungen: Im bayerischen Kreis Starnberg wurde nämlich am 27. Jänner die erste Infektion bestätigt. Der Patient hatte sich wohl bei einer chinesischen Mitarbeiterin des Unternehmens Webasto (u.a. Hersteller für Fahrzeug-Standheizungen) angesteckt, bei der nach ihrer Rückkehr nach China das Virus festgestellt wurde. Tags darauf werden drei weitere Fälle bestätigt, ebenfalls Webasto-Mitarbeiter. Das Unternehmen schloß vorübergehend seine Zentrale.

Toyota und Tesla ziehen ebenfalls nach

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie in einigen europäischen Ländern und den damit verbundenen Maßnahmen der Behörden zu deren Eindämmung seien die Absatzaussichten ungewiss, teilte die Europa-Zentrale des japanischen Autobauers Toyota am Mittwoch in Brüssel mit. Toyota habe daher entschieden, die Fertigung in seinen Fahrzeug- und Motorenwerken schrittweise herunterzufahren. Betroffen seien Standorte in Frankreich, Großbritannien, Polen, der Tschechischen Republik und der Türkei.

Toyota begründete den Schritt sowohl mit den Folgen der Pandemie auf die Teileversorgung der Fabriken und zunehmenden Problemen in der Logistik als auch mit dem Gesundheitsschutz für die Mitarbeiter. Die Versorgung mit Ersatzteilen für Kundenfahrzeuge solle aufrechterhalten bleiben. Ebenso würden Arbeiten fortgeführt, die für einen reibungslosen Neustart der Produktionsbänder und die künftige Tätigkeit der Werke wichtig seien. Neue Fahrzeugprojekte würden mit dem notwendigen Personal ebenfalls weitergeführt.

Ausgangssperre legt Tesla lahm

Die Coronavirus-Pandemie zwingt unterdessen auch den US-Elektroautopionier Tesla zum vorübergehenden Einstellen der Produktion. Die Behörden in Kalifornien verhängten für die ganze Region ab Dienstag eine dreiwöchige Ausgangssperre, nach der nur die notwendigsten Aktivitäten erlaubt sind.  "Tesla ist nach der Gesundheitsanweisung des Alameda Counties kein wesentliches Geschäft", sagte ein Sprecher des Sheriffs am Dienstag (Ortszeit).

Die Tesla-Fabrik in Fremont hat mehr als 10.000 Beschäftigte und fährt gerade die Produktion des neuen SUV-Modells Y hoch, von dem sich Tesla-Chef Elon Musk einen hohen Absatz erhofft. Tesla war schon von einer zehntägigen Schließung seiner Fabrik in Shanghai betroffen. Die Autobauer weltweit fahren die Produktion herunter wegen der Ansteckungsgefahr für die Beschäftigten. Mittlerweile fehlen aber auch Teile von den Zulieferern.

Der Blog zur Coronavirus-Krise:


Quelle: Dpa

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