Wirtschaft

Coronavirus: Italiens Wirtschaft droht Rezession

Italien wird nach Analysteneinschätzung durch das Coronavirus erneut in eine Rezession rutschen. Der Wirtschaftsforscher Lorenzo Codogno von LC Macro Advisors, der früher Chefökonom im Finanzministerium in Rom war, prognostizierte am Montag, dass die italienische Wirtschaft im ersten Quartal 2020 zwischen 0,5 und einem Prozent schrumpfen wird.

Im vierten Quartal 2019 gab es bereits ein Minus von 0,3 Prozent. Damit wäre das schuldengeplagte Land bereits zum vierten Mal seit 2008 in einer Rezession. "Die ersten Auswirkungen werden im Tourismus und Einzelhandel spürbar sein, weil die Leute zu Hause bleiben und ihre Hotelreservierungen stornieren", sagte Codogno. Deutlich schwerwiegender könnten dann später aber Unterbrechungen in den Lieferketten der Unternehmen werden.

Mehr als 220 Menschen haben sich seit Freitag in Italien mit dem Virus angesteckt, sechs Tote sind bisher bestätigt. Im wirtschaftlich besonders wichtigen Norden des Landes wurden deswegen am Wochenende ganze Ortschaften abgeriegelt.

Auch Deutschlands Wirtschaftsminister Peter Altmaier rechnet mit Bremsspuren durch das Coronavirus. "Wir gehen davon aus, dass es natürlich eine leichte Auswirkung auf die Weltwirtschaft haben kann, haben wird", sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin. Wie stark dieser Effekt am Ende sein werde, hänge davon ab, wie schnell und effektiv die Krankheit eingedämmt werden könne.

Quelle: Apa/Ag.

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