Wirtschaft

Deripaska gibt wegen US-Sanktionen "En+"-Firmenmehrheit ab

Unter dem Druck von US-Sanktionen gibt der russische Aluminium-Oligarch Oleg Deripaska die Kontrolle über den Konzern En+ ab. Er werde seinen Anteil auf unter 50 Prozent reduzieren, hieß es. Auch als Vorstandschef trete er zurück, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Über En+ beherrschte Deripaska den weltweit zweitgrößten Aluminium-Hersteller Rusal.

Deripaska verschmälert seine Anteile am Konzern SN/APA (AFP)/OLGA MALTSEVA
Deripaska verschmälert seine Anteile am Konzern

Die US-Sanktionsbehörde OFAC wurde um Frist bis Ende Oktober gebeten, wurde erklärt. Anfang April hatten die USA En+, Rusal und den Unternehmer persönlich, der als Vertrauter von Präsident Wladimir Putin gilt, wegen ihrer Rolle im russischen Machtgefüge mit Sanktionen belegt. Die Maßnahmen gegen Rusal trieben aber auf dem Aluminium-Weltmarkt die Preise hoch. Unternehmen, die Aluminium weiterverarbeiten, warnten vor erheblichen Engpässen. Das Leichtmetall wird unter anderem zur Herstellung von Fahrzeugen und Maschinen verwendet.

Das US-Finanzministerium schwächte deshalb das völlige Verbot von Geschäften mit Rusal ab, forderte aber, dass Deripaska die Kontrolle abgibt. Die russische Führung diskutiert, wie ihm und anderen betroffenen Oligarchen geholfen werden kann, zum Beispiel durch eine Verstaatlichung von Firmenanteilen.

Deripaska hält - über seine Rasperia Trading Limited - auch 25,9 Prozent am börsenotierten österreichischen Baukonzern Strabag. Dessen Konzernchef Thomas Birtel reagierte am Freitag gelassen auf die US-Sanktionen gegen 38 russische Firmen und Einzelpersonen. "Die Strabag gehört nicht zu den sanktionierten Unternehmen - dazu gibt es auch keinerlei Anlass", so Birtel beim Strabag-Bilanzpressegespräch in Wien. Allerdings war auch der Strabag-Aktienkurs nach der Ausweitung der Sanktionen zwei Tage lang unter Druck gestanden.

Quelle: Apa/Dpa

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