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Deutsche-Bank-Chef mahnt Mitarbeiter in Brief zu Ruhe

Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat die Mitarbeiter des Instituts dazu aufgerufen, trotz der Marktturbulenzen Ruhe zu bewahren. "Unsere Bank ist Gegenstand heftiger Spekulationen geworden, immer neue Gerüchte führen dazu, dass unser Aktienkurs inzwischen heftigen Ausschlägen unterliegt", schrieb Cryan in einem Brief an die rund 100.000 Beschäftigten.

Deutsche-Bank-Chef mahnt Mitarbeiter in Brief zu Ruhe SN/APA (AFP)/DANIEL ROLAND
Schieflage bei der Deutschen Bank?.

Am Markt seien Kräfte unterwegs, die das Vertrauen in Deutschlands größtes Geldhaus schwächen wollten. "Unsere Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, dass diese verzerrte Außenwahrnehmung unser Tagesgeschäft nicht stärker beeinflusst." Die Deutsche Bank verfüge über ein starkes Fundament, erklärte Cryan. "Wir erfüllen alle aktuellen Eigenkapitalanforderungen und sind bei unserem Umbau im Plan."

Die Markt- und Kreditrisiken seien in den vergangenen Jahren deutlich reduziert worden. "Zu keinem Zeitpunkt in den vergangenen zwei Jahrzehnten war die Deutsche Bank, was ihre Bilanz angeht, so sicher wie heute", meinte Cryan. Mit Liquiditätsreserven von mehr als 215 Mrd. Euro habe die Bank "einen überaus komfortablen Puffer."

Berichte, dass einige Hedgefonds-Kunden das Institut verlassen hätten, sorgten zu Unrecht für Unruhe. Insgesamt habe die Deutsche Bank mehr als 20 Millionen Kunden. Am Freitag fielen ihre Aktien in der Spitze um neun Prozent auf das Rekordtief von 9,90 Euro. "Auch die Ungewissheit über den Ausgang unseres Rechtsverfahrens in den Vereinigten Staaten ist kein Grund für diesen Druck auf unseren Aktienkurs, wenn wir die Vergleiche direkter Wettbewerber als Grundlage nehmen", schrieb Cryan.

Die Deutsche Bank muss nach Ansicht von Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem ohne Staatshilfe klarkommen. Sie müsse "aus eigener Kraft" und ohne Hilfe des deutschen Staates überleben, sagte der niederländische Finanzminister am Rande eines Kabinettstreffens, wie Dijsselbloems Sprecher bestätigte.

Gute Nachricht kommt offenbar aus den USA. Die Deutsche Bank erreichte eine deutliche Senkung ihrer Strafe wegen fragwürdiger Geschäfte mit faulen Hypothekenpapieren in den USA. Die Strafzahlung wird von ursprünglich 14 Mrd. Dollar auf 5,4 Mrd. Dollar (4,8 Mrd. Euro) gesenkt. Die Deutsche Bank erreichte die Absenkung in Verhandlungen mit dem US-Justizministerium.

Die ursprüngliche Forderung hatte heftige Spekulationen über einen mögliche Notfallplan der deutschen Bundesregierung zur Existenzsicherung der Deutschen Bank ausgelöst, da das Finanzinstitut nicht über die Reserven verfügt, um eine derartig hohe Summe zu zahlen. Sie hat 5,5 Mrd. Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt.

Quelle: Apa/Ag.

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