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Deutsche Bank kündigte Kapitalerhöhung an

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung angekündigt. Wie das Bankhaus am Sonntag in Frankfurt am Main mitteilte, sollen durch die Ausgabe von bis zu 687,5 Millionen neuen Aktien rund acht Milliarden Euro erlöst werden. Ferner teilte die Bank mit, dass die Postbank nicht wie ursprünglich geplant verkauft werde.

Deutsche Bank zapft ihre Anleger an.  SN/APA (dpa)/Boris Roessler
Deutsche Bank zapft ihre Anleger an.

Vielmehr solle diese nun in das Privat- und Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank integriert werden. Ein Minderheitsanteil an der Vermögensverwaltung solle an die Börse gebracht werden. Die Gewerkschaft Verdi heißt den Verbleib der Postbank in der Deutschen Bank gut. "Grundsätzlich ist das Bekenntnis zum deutschen Markt und das damit verbundene Bekenntnis zur Postbank aus Sicht der Beschäftigten zu begrüßen", erklärte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Sonntagabend.

Die Pläne böten die Chance, das Geschäft in Deutschland erfolgreich weiterzuführen und damit die Arbeitsplätze der Beschäftigten langfristig zu sichern. Es gelte jetzt, den Prozess mit Sicherheiten für die Mitarbeiter zu flankieren. Dabei komme dem tariflichen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen entscheidende Bedeutung zu. Dies habe für die Gewerkschaft "oberste Priorität", betonte Bsirske.

Die Emission der neuen Aktien sei "in vollem Umfang" von den Bankhäusern Credit Suisse, Goldman Sachs, BNP Paribas, Commerzbank, Barclays, HSBC, Morgan Stanley und UniCredit garantiert. Die Zeichnungsfrist solle am 21. März beginnen und am 6. April enden, hieß es weiter.

Die Kapitalerhöhung ist Teil eines umfassenden Konzeptes zur Umstrukturierung des Geldhauses. Ziel sei es, "die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken", hieß es in der Erklärung zur Neuausrichtung. Rund acht Milliarden Euro will Deutschlands größtes Geldhaus zudem am Markt einsammeln, um seine vergleichsweise dünne Kapitaldecke zu stärken.

Der Vorstand habe das Konzept am Sonntag beschlossen, der Aufsichtsrat zugestimmt. "Unsere Entscheidungen sind ein wichtiger Schritt, um die Deutsche Bank stärker zu machen und wieder wachsen zu können", erklärte der Vorstandsvorsitzende John Cryan.

Das Geschäftsjahr 2016 hatte die Deutsche Bank mit einem Minus von rund 1,4 Milliarden Euro abgeschlossen. 2015 war ein Fehlbetrag von 6,8 Milliarden Euro aufgelaufen - das größte Minus in der Geschichte der Deutschen Bank.

Durch weltweit laufende juristische Verfahren ist die Deutsche Bank gezwungen, Milliardenzahlungen zu leisten. So einigte sie sich Ende 2016 mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung und Entschädigungen von insgesamt 7,2 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro).

Hintergrund war ein Rechtsstreit um faule Hypothekenpapiere. Der Deutschen Bank wie anderen Großbanken war vorgeworfen worden, Investoren jahrelang über die Risiken von hypothekenbesicherten Wertpapieren getäuscht zu haben. Die Käufer dieser komplexen Anlageprodukte erlitten Milliardenverluste, als der US-Immobilienmarkt kollabierte.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 19.11.2018 um 11:50 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/deutsche-bank-kuendigte-kapitalerhoehung-an-184702

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