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Deutsche Bank zahlt fast 600 Millionen für Russland-Affäre

Die Deutsche Bank kann eine ihrer juristischen Altlasten deutlich günstiger beilegen als befürchtet: Nach der milliardenschweren Einigung im US-Hypothekenstreit kommt das größte deutsche Geldhaus in einem Geldwäsche-Skandal in Russland mit Strafen von umgerechnet knapp 600 Millionen Euro davon.

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. SN/APA/dpa/Arne Dedert
John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank.

425 Millionen Dollar (399,81 Mio. Euro) gehen an die New Yorker Finanzaufsichtsbehörde DFS, wie diese am Montagabend mitteilte. Die britische Bankenaufsicht FCA fordert einem Insider zufolge weitere rund 200 Mio. Euro. Sie wollte sich zunächst nicht dazu äußern. Die Deutsche Bank hatte laut Finanzkreisen rund eine Milliarde Euro für den Fall zurückgestellt.

Nach Einschätzung von Ermittlern haben russische Kunden über die Bank in Moskau und London Rubel-Schwarzgeld im Wert von rund zehn Milliarden Dollar gewaschen. Das sei jahrelang so gegangen, weil das Institut mangels ausreichender Kontrollen zahlreiche Gelegenheiten verpasst habe, die Manipulationen aufzudecken, zu untersuchen und zu stoppen, erklärte die DFS. Nun bekommt die Bank einen Aufpasser zur Seite gestellt, der interne Abläufe gegen Geldwäsche unter die Lupe nehmen soll.

Quelle: Apa/Ag.

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