Wirtschaft

Deutsche Industrie verharrt in Rezession

Die deutsche Industrie verharrt wegen Handelskonflikten, schwächerer Weltkonjunktur und Brexit-Unsicherheit in der Rezession. Der Einkaufsmanagerindex legte im Oktober um 0,2 auf 41,9 Punkte zu und entfernte sich damit ein wenig von dem im Vormonat markierten Zehn-Jahres-Tief, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 800 Firmen hervorgeht.

Industrie schwächelt weiter SN/APA (dpa/Archiv)/Christoph Schmi
Industrie schwächelt weiter

Allerdings bleibt das Barometer damit weit unter der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. "Die Industrie bleibt der Schwachpunkt", sagte Markit-Ökonom Phil Smith. Auch die Dienstleister können sich dem Abwärtssog nicht mehr entziehen: Deren Einkaufsmanagerindex fiel überraschend um 0,2 auf 51,2 Zähler und damit auf den schlechtesten Wert seit mehr als drei Jahren.

Das wirkt sich inzwischen auf den Arbeitsmarkt aus. Die Beschäftigung in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - schrumpfte im Oktober zum ersten Mal seit sechs Jahren. Dadurch sinke die Hoffnung, dass Europas größte Volkswirtschaft im laufenden vierten Quartal wieder auf die Wachstumsspur zurückkehrt, sagte Smith.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist bereits im zweiten Quartal vor allem wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent gesunken. Für das Sommerquartal wird ebenfalls ein Minus erwartet. Damit würde Deutschland erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen.

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