Wirtschaft

Deutschland baut 2 LNG-Terminals und kauft zusätzlich Gas

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat den zügigen Bau von zwei Flüssiggas-Terminals (LNG) in Deutschland angekündigt, um bei der Energieversorgung unabhängiger von Russland zu werden. Die Entscheidung sei getroffen, in Wilhelmshaven und Brunsbüttel schnell zu bauen, kündigte Scholz am Sonntag in seiner Regierungserklärung im Deutschen Bundestag an. Kurzfristig wolle man zwei Milliarden Kubikmeter Gas über staatlich abgesicherte sogenannte Long-Term-Options beschaffen.

Deutscher Bundeskanzler Scholz setzt auf mehr Energieunabhängigkeit SN/APA/dpa/Kay Nietfeld
Deutscher Bundeskanzler Scholz setzt auf mehr Energieunabhängigkeit

Zusätzlich wolle man im EU-Verbund weiteres Erdgas auf den Weltmärkten beschaffen. Man werde insgesamt umsteuern, die Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten überwinden und die erneuerbaren Energien vorantreiben.

Vorausschauende Energiepolitik sei nicht nur für Wirtschaft und Klima wichtig: "Sondern entscheidend auch für unsere Sicherheit", sagte Scholz. Deutschland bezog zuletzt rund 55 Prozent seines Erdgases aus Russland. Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte bereits für den Aufbau einer Gasreserve für nächsten Wintern und auch eine Kohlereserve angekündigt. Über eigene Flüssiggasterminals wird seit Jahren diskutiert, ohne staatliche Hilfen gelten sie aber als nicht umsetzbar. Flüssiggas ist tendenziell teurer, aber kann etwa aus Katar oder den USA beschafft werden.

Erdgas ist als Brückentechnologie nach dem geplanten Aus für Atomenergie (2022) und Kohlekraft (2030) nötig. Allerdings werden auch diese Daten jetzt vor dem Hintergrund der Energiesicherheit in Frage gestellt. "Unsere Bewertung für die nächsten Jahre werden wir an die geänderte Lage anpassen müssen", sagte Finanzminister- und FDP-Chef Christian Lindner. Auch er sprach sich für den beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarstrom aus: "Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien", sagte er im Bundestag. Oppositionsführer Friedrich Merz (CDU) sagte, er sei bereit, über alle Optionen in der Energieversorgung zu reden. Eine Verlängerung der Akw-Laufzeiten gilt aber als unwahrscheinlich, da auch die Industrie sie ablehnt.

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