Wirtschaft

Drohende Verschärfung bei Iran-Sanktionen treibt Ölpreis

Spekulationen auf eine weitere Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran haben den Ölpreis auf den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr getrieben. Die führende Nordsee-Sorte Brent verteuerte sich am Montag um mehr als ein Prozent und kostete erstmals seit gut fünf Monaten mehr als 72,90 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Ölpreise ziehen wieder an SN/APA (AFP)/FREDERIC J. BROWN
Die Ölpreise ziehen wieder an

US-Leichtöl der Sorte WTI legte auch mehr als ein Prozent zu auf 64,80 Dollar und damit ebenfalls den höchsten Stand seit November, als die USA neue Öl-Sanktionen gegen den Iran verhängt hatten. Die damals gewährten Import-Ausnahmen für acht Staaten sollen nun Anfang Mai enden, wie aus US-Regierungskreisen verlautete und auch die "Washington Post" berichtete. Außenminister Mike Pompeo wolle dies noch am Montag ankündigen.

Dies schürte offenbar Sorgen vor einem zunehmenden Engpass am Ölmarkt, der wegen Lieferausfällen in den Krisenländern Venezuela und Libyen ohnehin schon unter Druck steht. Die USA wollen den Iran mit den Sanktionen zu Neuverhandlungen über ein wesentlich strengeres Abkommen über sein Atom- und Raketenprogramm zwingen.

Im Atomstreit mit dem Iran wollen die USA die Ölexporte der Islamischen Republik dem Zeitungsbericht zufolge in Kürze vollständig lahmlegen. Die Ausnahmenregelungen für China, Japan, Indien, Südkorea, Taiwan, die Türkei, Italien und Griechenland sollten dann wie geplant nach einem halben Jahr enden. Sollte sich ein Staat nicht an das Embargo halten, drohen ihm US-Sanktionen. Die Türkei hatte sich zuletzt noch für eine Verlängerung der Ausnahmen eingesetzt. Das US-Außenministerium wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

US-Präsident Donald Trump hatte das internationale Wiener Atomabkommen mit dem Iran von 2015 im vergangenen Jahr aufgekündigt und neue Sanktionen verhängt. Sie zielen unter anderem auf die für den Iran wichtigen Einnahmen aus dem Öl-Geschäft ab. Trump will die Führung in Teheran damit zu Neuverhandlungen über ein wesentlich strengeres Abkommen über ihr Atom- und Raketenprogramm zwingen.

Zudem will er den Iran so zu einem Kurswechsel in der Außenpolitik und dem Ende der Unterstützung militanter Gruppen in der Nahost-Region bewegen. Die EU will an dem Atomabkommen festhalten.

Quelle: Apa/Ag.

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