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EU-Kommission: Aufwärtstrend am europäischen Arbeitsmarkt

Die EU-Kommission stellt in ihrem jährlichen Bericht über Beschäftigungs- und Sozialentwicklungen eine deutliche Verbesserung am Arbeitsmarkt fest.

Im vergangenen Jahr seien drei Mio. Jobs geschaffen wurden.  SN/APA (AFP/Archiv)/EMMANUEL DUNAND
Im vergangenen Jahr seien drei Mio. Jobs geschaffen wurden.

Mit 232 Mio. Menschen in Beschäftigung im zweiten Quartal 2016 habe die EU den höchsten jemals verzeichneten Wert erreicht, erklärte die EU-Behörde am Dienstag. Im vergangenen Jahr seien drei Millionen Jobs geschaffen worden, die meisten permanent.

Mit einer derzeitigen Beschäftigungsrate von 71,1 Prozent könnte die EU noch ihr 75-Prozent-Ziel für 2020 erreichen, heißt es in dem Bericht. Seit 2013 sei auch die Arbeitslosenrate in der EU beständig zurückgegangen, sie betrug 8,4 Prozent im zweiten Quartal dieses Jahres. Dies entspreche der Rate vom zweiten Quartal 2009. Allerdings habe nur einer von acht Jobsuchenden innerhalb von drei Jahren eine dauerhafte Vollzeitbeschäftigung gefunden.

Die Jugendarbeitslosigkeit bleibe mit einem Anteil von über 20 Prozent ein Hauptgrund zur Sorge, heißt es in dem Bericht. Dennoch hätten die europäischen Bemühungen für eine Jugendgarantie zur Beschäftigung auch teilweise Früchte getragen. So seien seit 2013 1,6 Millionen Jugendliche weniger arbeitslos, und um 900.00 weniger nicht in Beschäftigung, Bildung oder Jobtraining.

Der Anteil der europäischen Bevölkerung, der von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht ist, ist laut der EU-Kommission mit einer Quote von 23,7 Prozent derzeit der niedrigste seit fünf Jahren. In Zukunft müssten die Europäer noch weiter in Qualifikationen für die Digitalisierung investieren, empfiehlt die EU-Kommission. Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) seien schätzungsweise für ein Drittel des EU-Wirtschaftswachstums zwischen 2005 und 2010 verantwortlich gewesen, aber viele freie Stellen seien nach wie vor nicht besetzbar.

Mehr Bemühungen fordert die EU-Kommission auch bei der Integration von Flüchtlingen auf den Arbeitsmarkt. Die Kenntnis der Sprache des Gastlandes sowie ein höherer Bildungsgrad würden zu einem großen Anteil die Beschäftigungschancen verbessern.

Die Kommission meldet so hohe Beschäftigungszahlen wie noch nie. Im vergangenen Jahr hatten in der Gemeinschaft 232 Millionen Menschen einen Job. Drei Millionen neue Stellen seien entstanden, die meisten davon dauerhaft. "Allerdings sind viele arbeitende Menschen immer noch arm, was belegt, dass es nicht nur um die Schaffung von Jobs geht, sondern um die Schaffung von guten Jobs", sagt die zuständige Kommissarin Marianne Thyssen.

Die offizielle Arbeitslosenquote in der EU liegt immer noch bei 8,6 Prozent, bei Jugendlichen über 20 Prozent. Rund 23,7 Prozent der Menschen waren laut offiziellen Zahlen von Armut bedroht. In den Krisenjahren 2008 bis 2013 sei es nur einem von acht Arbeitslosen gelungen, binnen drei Jahren eine dauerhafte Stelle zu finden, erklärte Thyssen weiter.

Sie kündigte für März Vorschläge zur sogenannten Säule sozialer Rechte an. Der Entwurf werde seit fast einem Jahr vorbereitet, mehr als 10.000 Eingaben seien eingegangen. "Für mich wird eine entscheidende Frage sein, wie wir faire Arbeitsbedingungen für alle in einer sich verändernden Arbeitswelt schaffen", sagte die Kommissarin.

Nach Einschätzung der Sozialkommissarin Thyssen zeigen die Ergebnisse des Berichts, dass die Bemühungen der EU in den vergangenen Jahren Früchte tragen. "Unsere Volkswirtschaften schaffen weiter Jobs, und die verfügbaren Haushaltseinkommen sind gestiegen. Aber viele Menschen, die arbeiten, sind noch immer arm, was zeigt, dass es nicht nur um die Schaffung von Arbeitsplätzen geht, sondern um die Schaffung von Qualitätsjobs."

Quelle: APA

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