Wirtschaft

Euro-Konjunktur gewann im Mai an Fahrt

Die Wirtschaft in der Eurozone hat im Mai trotz der schwächelnden Industrie an Schwung gewonnen. Der gemeinsame Einkaufsmanager-Index - der Industrie und Dienstleister zusammenfasst - kletterte um 0,3 auf 51,8 Punkte, wie das Forschungsinstitut IHS Markit am Mittwoch zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte.

Das Barometer hält sich damit seit knapp sechs Jahren über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert. Während die Industrieproduktion wegen Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur den vierten Monat in Folge schrumpfte, lieferte der Service-Sektor einmal mehr den entscheidenden Impuls.

"Das Wirtschaftswachstum blieb allerdings schwach und verspricht für den weiteren Jahresverlauf nichts Gutes", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Frühjahr mit 0,2 Prozent nur noch halb so stark wachsen wie im ersten Quartal. "Für eine kurzfristige Verbesserung spricht derzeit leider wenig", sagte Williamson. Die Aufträge hätten im Mai kaum zugelegt. "So schlimm sah es mit der Nachfrage zuletzt vor sechs Jahren aus", sagte der Chefvolkswirt. Gleichzeitig fielen die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate auf den tiefsten Wert seit sechs Jahren.

Das Barometer für die deutsche Wirtschaft kletterte um 0,4 auf 52,6 Zähler, blieb damit aber unter seinem Langzeitschnitt von 53,4. "Weniger positiv blieb festzuhalten, dass der Auftragseingang im Mai zum vierten Mal in den letzten fünf Monaten schrumpfte", erklärte Markit. "Diese Entwicklung spiegelte teilweise eine erneute starke Abnahme der Neuaufträge aus dem Ausland wider."

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