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Europas Banken haben laut Expertin zu wenig Krisen-Puffer

Europas Banken brauchen nach Einschätzung der Bonner Wirtschaftsweisen Isabel Schnabel dickere Finanzpolster, um krisenresistenter zu werden. Es sei beunruhigend, dass die deutsche Bankenlobby im Kampf gegen schärfere Eigenkapitalregeln Unterstützung von den Aufsichtsbehörden und der Politik bekomme, sagte die Wissenschafterin der Zeitung "Welt am Sonntag".

Europa braucht den Mut, marode Institute abzuwickeln, so die Expertin.  SN/APA (dpa)/Arne Dedert
Europa braucht den Mut, marode Institute abzuwickeln, so die Expertin.

"Wir müssen aufpassen, dass die Bankenregulierung in Europa nicht für die falschen Ziele missbraucht wird. Es geht bei der Bankenaufsicht nicht darum, die Wettbewerbskraft der Institute zu stärken oder Mittelstand und Infrastruktur zu fördern. Erstes Ziel muss immer sein, die Finanzstabilität zu stärken."

Die US-Wettbewerber seien im Zuge der weltweiten Finanzkrise 2008 zwangsweise mit Kapital vollgepumpt worden. Deswegen stünden sie nun deutlich besser da. "Europa hat das verpasst, damit müssen wir leben", so Schnabel. "Wenn man sieht, dass mehr als die Hälfte der großen EU-Banken derart wenig Eigenkapital vorhält, dass bei einem Verlust von fünf Prozent des Portfoliowerts das gesamte Eigenkapital weg wäre - da sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass das viel zu wenig ist."

Fusionen würden das Problem nicht lösen. Deswegen sei es gut, dass Überlegungen für einen Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank erst einmal vom Tisch seien. Auch grenzüberschreitende Deals in Europa seien nicht sinnvoll. "Dann hätten wir zehn europäische Champions, die man wegen ihrer Systemrelevanz im Notfall erst recht nicht abwickeln könnte."

Schnabel ergänzte, Europa müsse den Mut haben, marode Institute auch abzuwickeln. Das würde den Wettbewerbern helfen. Es werde aber jetzt bei der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi, die bereits mehrfach vom Staat gerettet werden musste, wieder vorerst über eine Sanierung nachgedacht.

Quelle: Apa/Ag.

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