Wirtschaft

Fast 2.000 Daimler-Beschäftigte gehen freiwillig

Der deutsche Autobauer Daimler kommt mit dem angekündigten Personalabbau allmählich voran. Beim Abfindungsprogramm gehe die Zahl der Beschäftigten in Richtung 2.000, erklärte Finanzchef Harald Wilhelm am Freitag. Dies sei auch an den steigenden Ausgaben für Restrukturierung abzulesen, die im dritten Quartal auf knapp 300 Millionen Euro kletterten. Die Zahl der Beschäftigten weltweit war Ende September mit 291.770 um rund 7.000 niedriger als Ende letzten Jahres.

Der Personalabbau bei Daimler schreitet voran SN/APA (dpa)/Sebastian Gollnow
Der Personalabbau bei Daimler schreitet voran

Mit Blick auf den Automarkt im vierten Quartal erklärte Wilhelm, Mercedes-Benz erwarte mehr Nachfrage als im dritten Quartal, aber nicht so viel wie im Vorjahreszeitraum. Von Juli bis September habe die Marke mit dem Stern rund 45.000 elektrifizierte Pkw verkauft - also Plug-in-Hybride und reine Elektroautos. Die Rendite der Hybridwagen liege allerdings unter der von Modellen mit Verbrennungsmotoren.

Der deutsche Autobauer prognostizierte am Freitag für das Gesamtjahr einen Betriebsgewinn in Höhe des niedrigen Vorjahresgewinns von 4,3 Milliarden Euro. Finanzchef Wilhelm betonte, dafür müsse sich die Wirtschaft aber weiter erholen und es zu keinem erneuten Rückschlag durch die Pandemie kommen. "Das ist natürlich in Anbetracht der Ereignisse der letzten Stunden, Tage zunehmend schwierig", ergänzte er. Noch gebe es keinen Hinweis, dass steigende Infektionszahlen die Nachfrage bremsten, doch Daimler bleibe sehr wachsam.

Bei Absatz und Umsatz rechnet Daimler damit, heuer deutlich weniger als die 3,34 Millionen Mercedes-Benz-Pkw, Vans und Nutzfahrzeuge aus dem Vorjahr verkaufen zu können. Aber eine "phänomenale" Erholung des weltweit größten Automarkts China, höhere Preise und Kostensenkungen, letztlich auch durch Kurzarbeit und Reisekosten von nahezu null, stabilisieren das Ergebnis. Zuvor war das Management wegen der Coronakrise von einem operativen Gewinn unter Vorjahr ausgegangen. Das Ergebnis war 2019 allerdings wegen der schwachen Autokonjunktur und hohen Lasten des Dieselskandals um gut 60 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro eingebrochen.

Im dritten Quartal schnellte der Betriebsgewinn um 14 Prozent auf 3,07 Mrd. Euro nach oben, obwohl der Umsatz um 7 Prozent auf 40 Mrd. Euro schrumpfte. Diese Dynamik aus Märkten und Kostensenkungen würde auch im vierten Quartal erwartet, erklärte Wilhelm. So werde der Absatz höher ausfallen als im abgelaufenen Quartal, wenn auch nicht so hoch wie vor Jahresfrist. Die Marke mit dem Stern schlug vor allem SUV los. Nach neun Monaten lag der Umsatz mit 125,6 Mrd. Euro noch um 14 Prozent unter Vorjahr.

Quelle: Apa/Ag.

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