Wirtschaft

Finanzminister der G-20-Staaten treffen sich in Buenos Aires

Die Finanzminister und Zentralbankchefs der 20 großen Industrie- und Schwellenländer (G-20) treffen sich ab Montag in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Hauptthema des zweitägigen Treffens dürften die von den USA verhängten Zölle auf Stahl und Aluminium sein. Sie treten am Freitag in Kraft.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte vor Beginn des Treffens vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt SN/APA (AFP)/KENZABURO FUKUHARA
IWF-Chefin Christine Lagarde hatte vor Beginn des Treffens vor protektionistischen Maßnahmen gewarnt

IWF-Chefin Christine Lagarde warnte vor Beginn des Treffens vor protektionistischen Maßnahmen: Sie könnten das weltweite Wachstum empfindlich bremsen. Die Finanzminister und Notenbankchefs der G-20 müssten sich in Buenos Aires darauf konzentrieren, den derzeitigen Konjunkturaufschwung zu schützen, forderte Lagarde.

Dabei ziehen dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. Erstmals hat mit Argentinien ein südamerikanisches Land die G20-Präsidentschaft und will am liebsten über Themen wie die "Zukunft der Arbeit" diskutieren. Aber beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires stehen andere Konflikte im Fokus - und man muss sich für eine drohende Staatspleite wappnen. Nicht alles ist auf der Tagesordnung, wird aber am Rande diskutiert.

Die Themen im Überblick

GOOGLES GEWINNE: Internetkonzerne wie Google oder Facebook verdienen weltweit Milliarden - zahlen aber in vielen Ländern kaum Steuern, da sie dort keine Firmensitze haben. Die EU-Kommission schlägt nun drei Prozent Umsatzsteuer für große Internetkonzerne in Europa vor. Überall dort, wo Nutzer der Dienste sitzen, sollen sie zahlen. So könnten die Staaten etwa fünf Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Auf G20-Ebene ist das kaum durchzusetzen. US-Finanzminister Steven Mnuchin hat massiven Widerstand angekündigt.

TRUMPS ZÖLLE: Noch ein G20-Großkonflikt. US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium zum Schutz der US-Industrie verhängt. Die EU-Kommission droht nun mit Abgaben auf US-Waren wie Whisky oder Motorräder. Auch China erwägt Vergeltungsmaßnahmen. Im Prinzip steht es 19 gegen 1 auf der G20-Ebene, aber der eine könnte eine Spirale der Abschottung und Zollschranken auslösen - mit fatalen Folgen: Produkte würden teurer, Jobs könnten in großer Zahl weltweit gefährdet werden.

KRYPTOWÄHRUNGEN: Am Rio de la Plata könnte sich die Zukunft von Online-Zahlungsmitteln wie Bitcoin entscheiden. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, will wie auch viele Staaten eine Regulierung. Bitcoin werden in komplizierten Rechen-Prozessen erzeugt und kommen bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Aber das kann auch für Geldwäsche und Terrorfinanzierung genutzt werden - Bitcoin können auch mit Dollar und Euro gekauft werden. Zuletzt war der Kurs massiv unter Druck geraten, da sich Zeichen für eine stärkere Kontrolle verdichten.

VENEZUELA: Abseits der offiziellen Runden soll auch die Lage in dem vom Sozialisten Nicolás Maduro mit harter Hand regierten Land mit den größten Ölreserven diskutiert werden. Venezuela droht die Staatspleite. Die Währung Bolivar leidet unter Hyperinflation und ist nichts mehr wert. Daher können kaum noch Importe von Lebensmitteln und Medizin finanziert werden. Hunderttausende Menschen sind in Nachbarstaaten geflohen. Maduro setzt in seiner Not auf eine eigene Digitalwährung namens Petro, abgesichert mit Ölreserven. Eine Zusammenarbeit mit dem IWF lehnt er ab. Eine Pleite des Landes könnte die ganze Region destabilisieren.

Quelle: SN, Apa, Dpa

Aufgerufen am 22.07.2018 um 09:54 auf https://www.sn.at/wirtschaft/welt/finanzminister-der-g-20-staaten-treffen-sich-in-buenos-aires-25582405

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